+
Von Montag bis Donnerstag bietet Sigrid Lipsky mit ihrem Team Hausaufgabenhilfe im Weststadtbüro an.

Hanau

„Ich wollte mich einbringen“

  • schließen

Sigrid Lipsky wird mit dem Landesehrenbrief für ihr Engagement ausgezeichnet. Lipsky hat die Hausaufgabenhilfe in der Weststadt etabliert.

Mathe, Deutsch, Geografie oder Bio: Sigrid Lipsky ist fit darin. Denn viermal in der Woche steht sie Schülern in diesen Fächern mit Rat und Tat zur Seite. Lipsky ist nämlich die Gründerin der Hausaufgabenhilfe in der Weststadt. Am Dienstag wurde die 73-Jährige für ihr Engagement mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

„Der Ehrenbrief ist zwar schön, aber eigentlich müsste ihn das ganze Helferteam bekommen“, sagt Lipsky. Denn im Laufe der Jahre ist aus dem ursprünglichen Ein-Personen-Angebot ein großes Team mit 26 ehrenamtlichen Helfern geworden.

„Angefangen hat es damit, dass ich mit der Arbeit aufgehört habe und eine Aufgabe suchte, ich wollte mich einbringen“, erinnert sich Lipsky. Also engagierte sie sich im Lamboyviertel bei der evangelischen Kirche bei einer Hausaufgabenhilfe für Schüler. „Das lief auch ganz gut, aber als im November in der Burgallee das neue Stadtteilbüro eröffnet wurde, wagte ich es, selbst eine Hausaufgabenhilfe anzubieten“, sagt sie. Viermal in der Woche, und dabei ist es bis heute geblieben, auch wenn sie 2007 ins Weststadtbüro umgezogen ist.

„Dort haben wir natürlich viel mehr Platz“, sagt sie, „der ist auch nötig, denn wir haben rund 50 Kinder, die regelmäßig herkommen.“ Vor allem Grundschulkinder mit Migrationshintergrund sind es, die von dem Angebot profitieren. „Für ältere Schüler gibt es inzwischen auch in den jeweiligen Schulen oder im Jugendzentrum eigene Angebote“, sagt sie. Diese werden auch benötigt, denn der Bedarf an Hausaufgabenbetreuung sei ungebrochen. „Gerade bei Familien mit Migrationshintergrund ist es oft die Sprachbarriere, die verhindert, dass Eltern ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen können.“

Eine große Motivation sei es, die Fortschritte der Kinder zu sehen. Mit einigen ihrer ehemaligen Schützlinge hält Lipsky Kontakt. „Gerade erst traf ich eine ehemalige Schülerin, die nun in Osnabrück ihr Jura-Studium begonnen hat“, sagt Lipsky, „das macht mich natürlich glücklich.“ Froh ist sie auch darüber, dass inzwischen ein weiteres Team sich um die Kinder nach der Hausaufgabenbetreuung kümmert. „Da gibt es im Foyer dann eine Lesestunde, bei der die Kinder das Lesen verbessern können.“

Das Weststadtbüro stellt dem Helferteam die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung, für die Eltern der Kinder entstehen keine Kosten. Immer wieder gebe es auch Spenden, etwa durch die Bürgerstiftung, durch die etwa Bücher angeschafft werden. „Viele der Helfer besorgen aber auch selbst Stifte oder Hefte, wenn die Kinder etwas brauchen“, sagt Lipsky. Seit einigen Jahren ist es auch Brauch, dass Kinder und Helfer einmal im Jahr einen Ausflug, etwa in den Zoo, machen. „Der wird aus dem Budget des Weststadtbüros finanziert, das die Kirchengemeinde verwaltet“, sagt Lipsky.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare