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Dichterin Safiye Can, die 2014 mit „Rose & Nachtigall“ debütierte, liest in Hochstadt.

Maintal

Dichtkunst in Hochstadt

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In Maintal gibt es eine Lyriknacht mit Safiye Can, Harry Oberländer und Paul-Henri Campbell. Die Veranstaltung ist Teil des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda und will etablierten Dichtern ein Forum bieten, aber auch Nachwuchstalente präsentieren und fördern.

"fünf Kilo Glück / zwei Pfund Erfahrung / vier Gramm Achtung / eine Tüte Vorsicht / zwei Esslöffel Einsicht / war alles, was ich von Lidl / mitbrachte, damals / als ich mich in Albert Camus verliebte.“

Diese Worte wählt die Lyrikerin Safiye Can in ihrem Gedicht „WG-Einkäufe“ aus dem 2014 veröffentlichten Band „Rose und Nachtigall“, mit dem sie debütierte. In Literaturkreisen ist Can in recht kurzer Zeit bekannt geworden; im November wird die in Offenbach geborene Tscherkessin mit dem Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis ausgezeichnet. Can nehme es „sehr genau mit dem persönlichen Ton“, sagt der Literaturwissenschaftler Gerhardt Csejka über sie. Ihre Liebesgedichte riefen Erinnerungen wach, mit dramatischen, heiteren oder tieftrüben Akzenten.

Can gehört zu den Dichterinnen und Dichtern, die an diesem Freitag, 26. August, während der Hochstädter Lyriknacht lesen. Neben der Offenbacherin tragen Alexandru Bulucz, Paul-Henri Campbell, Ria Endres, Harry Oberländer, Martin Piekar, Horst Samson, Ulrike Almut Sandig, Kurt Sigel, Werner Söllner sowie Debütanten aus Schulen des Main-Kinzig-Kreises ihre Werke vor.

Die Horst Bingel Stiftung für Literatur und die Bürgerstiftung Maintal veranstalten die Nacht, die zum sechsten Mal stattfindet und mittlerweile über Maintal hinaus bekannt ist. Karten zum Preis von fünf Euro (ermäßigt drei Euro) gibt es ab 18.30 Uhr an der Abendkasse. Das nächtliche Literaturfest in der evangelischen Kirche Hochstadt beginnt um 19 Uhr, die Autoren Jutta Wilke und Harry Oberländer werden sie moderieren.

Bernhardt Brand-Hofmeister begleitet die Lyriknacht an der Orgel, Stefan Völker spielt Saxophon. Die Veranstaltung ist Teil des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda und will etablierten Dichtern ein Forum bieten, aber auch Nachwuchstalente präsentieren und fördern. Letzteres war ein wichtiges Anliegen des Schriftstellers, Lyrikers und Grafikers Horst Bingel, dem Namensgeber der Stiftung, dessen literarische Laufbahn in Maintal begann.

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