Karl-Heinz Kaiser (SPD) ist neuer Erster Stadtrat. 
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Karl-Heinz Kaiser (SPD) ist neuer Erster Stadtrat. 

Maintal

Erster Stadtrat nach drei Anläufen

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD) wurde in Maintal zum Ersten Stadtrat gewählt.

Heute sind wir hoffentlich auf der Zielgeraden“, sagte am Montagabend SPD-Fraktionschef Sebastian Maier in der Stadtverordnetensitzung. Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen, im dritten Versuch einen hauptamtlichen Ersten Stadtrat zu wählen. Karl-Heinz Kaiser (SPD) ist mit 22 Stimmen in das Amt gewählt worden, mit fünf Voten mehr als sein Mitbewerber Martin Fischer (CDU). Es gab vier Nein-Stimmen.

Im Februar scheiterte die Wahl, weil kurz zuvor ein anonymes Schreiben mit dem Hinweis auf angeblich falsche Angaben einer Bewerberin an den Wahlprüfungsausschuss ging. Der im März erneut angesetzte Termin endete auf Forderung der Grünen mit einem Wahlabbruch, weil sich keine klare Mehrheit abzeichnete.

Diesmal musste es klappen, weil für Amtsinhaber Ralf Sachtleber (parteilos) die verlängerte Dienstzeit im Juni endet. Er wurde 2019 nach zwölf Jahren abgewählt, CDU und SPD beanspruchten den Posten. Während die CDU ihren Fraktionschef Martin Fischer wieder ins Rennen schickte, setzte die SPD nach Sebastian Maier nun auf Karl-Heinz Kaiser, der sich kommunalpolitische Meriten über Jahre in der Fraktion und seit 2011 auch als Stadtverordnetenvorsteher erworben hat. Kaiser habe bewiesen, in „unübersichtlichen Zeiten ruhig zu agieren“, sagte Grünen-Chefin Monika Vogel in der Aussprache vor dem Urnengang. Er sei der „richtige Mann für die künftigen Herausforderungen“, habe sich auf dem schwierigen politischen Terrain in Maintal als Stadtverordnetenvorsteher auch als Brückenbauer zwischen Fraktionen und Magistrat bewährt. Eigenschaften, die für eine zügige Verwirklichung geplanter Bauprojekte wie Wohnen in der Eichenheege oder Schwimmbadneubau wichtig seien.

„Ich wurde zur Kandidatur getrieben“

Die Wahlalternative Maintal (WAM) sprach innerhalb der Fraktion keine Empfehlung aus. Vorsitzender Jörg Schuschkow gab jedoch die Tendenz vor: „Karl-Heinz Kaiser ist eine gute Wahl. Er weiß, wohin die Reise geht.“ FDP-Chef Thomas Schäfer, befand, dass beide Kandidaten geeignet seien. Doch bei „Betrachtung des Gesamtpakets“ fanden sich die Freidemokraten bei Fischer besser aufgehoben. Sie betrachten Kaiser überdies als „dritte Wahl der SPD“.

„Ich wurde zur Kandidatur getrieben“, sagte Kaiser auf Frage der FR zu seiner Bewerbung. Bis zu seinem Ja habe es in den eigenen Reihen mehrere Anläufe gegeben, ihn zu überzeugen. Letztlich habe er die Herausforderung mit Blick auf die vergangenen Jahren angenommen, in denen er sich als Stadtverordnetenvorsteher „gut geschlagen“ habe. „Dieses Ehrenamt hat mich gereift. Maintal ist kein Ponyhof“, sagte der 62 Jahre alte Unternehmensmanager, der seit 46 Jahren der SPD angehört. Über Präferenzen bei den Ressorts äußerte er sich nicht. Der Erste Stadtrat hatte bislang etwa Bauen und Planen, Bürgerbeteiligung sowie Ordnungsamt unter seinen Fittichen. Die Aufgabenverteilung im Magistrat sei in den nächsten Tagen Sache von Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos), sagte Kaiser.

Nach seinem Wahlsieg appellierte er an die Stadtverordneten: „Große Dinge stehen noch bevor, die können wir nur gemeinsam geschaffen.“

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