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Neu sind unter anderem die Display-Anzeigen an jeder Haltestelle. Von den 26 Paillettenschirmen steht bislang erst einer.

Hanau

Die ersten Busse rollen

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Ein Teil des neuen Bahnhofs ist seit Sonntag in Betrieb. Der Umbau des Busbahnhofs am Freiheitsplatz hatte im Sommer vergangenen Jahres begonnen. Ursprünglich sollte der ZOB etwa zwei Monate früher fertig sein.

Der Premierenbus, Linie 2 der Hanauer Straßenbahn (HSB), steuerte um 7 Uhr in Richtung Lamboy. HSB-Fahrer Mathias Pfeifer zeigte sich zufrieden bei der Abfahrt vom neuen Zentralen Busbahnhof (ZOB) am Freiheitsplatz: „Auf der Betondecke fährt es sich butterweich“, sagte er.

Seit Sonntag sind zwölf von 17 Bussteigen des ZOB in Betrieb. Die fünf noch fehlenden Haltepunkte sollen bis zu den Sommerferien hinzukommen. Der Umbau des alten Busbahnhofs, den täglich etwa 20 000 Fahrgäste nutzen, kostet den städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) nach eigenen Angaben insgesamt 4,9 Millionen Euro. Das Land Hessen fördert das Projekt mit 2,4 Millionen Euro.

Verkehrs- und Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne) sagt, dass der neue ZOB den öffentlichen Nahverkehr enorm modernisiere und helfen werde, mehr Menschen dazu zu bewegen, Bus und Bahn zu fahren. „Allmählich haben die Unannehmlichkeiten für die Kundinnen und Kunden am Busbahnhof ein Ende“, sagt Kowol und meint den während der Umbauphase eingerichteten provisorischen Bahnhof. Fahrgäste hatten kritisiert, dass dieser unübersichtlich sei und ein höheres Unfallpotenzial habe.

Der Umbau des Busbahnhofs am Freiheitsplatz hatte im Sommer vergangenen Jahres begonnen. Ursprünglich sollte der ZOB etwa zwei Monate früher fertig sein. Die 17 Bussteige sind zwischen zwölf und 18 Meter lang. Sie sind in verschiedenen Grau- und Beigetönen gepflastert und in Bordsteine aus hellem Granit eingefasst. Die Fahrbahnen sind betoniert, um das Gewicht der schweren Solo- und Gelenkwagen tragen zu können.

Die Betondecken sind leicht gewinkelt und gewölbt. Dadurch soll Niederschlagswasser über die Rinnen besser ins Kanalsystem fließen. Bei den Abfalleimern handelt es sich um sogenannte Unterflurbehälter, die unter der Oberfläche ein Volumen von 750 Litern haben und deshalb seltener geleert werden müssen als die üblichen Hänge-Mülleimer mit 45 Litern Fassungsvermögen.

Lob für Architektur, Kritik an Wetterschutz

Die Abfahrtszeiten stehen auf Displays, sie können an allen Haltepunkten auf Anzeigetafeln sowie auf einer Übersichtsanzeige abgelesen werden. Barrierefreiheit für Gehbehinderte und Fahrgäste mit großem Gepäck will die Stadt dadurch sicherstellen, dass sich die Haltestellen parallel zu den Bordsteinen anfahren lassen. Für Sehbehinderte gibt es Leitstreifen auf dem Boden und Abfahrtansagen. Wetterschutz sollen Paillettenschirme und durchsichtige Scheiben bieten.

Neben der Unübersichtlichkeit des provisorischen Bahnhofs waren auch die nach letzten Angaben der Stadt etwa 800 000 Euro teuren Schirme kritisiert worden. Diese waren auch bei der Eröffnung ein großes Thema: Bislang ist erst einer von 26 geplanten montiert worden – weil die zuständige Firma Lieferschwierigkeiten hat.

„Der Busbahnhof ist schön und modern. Gut, dass endlich etwas gemacht wurde“, sagte eine Hanauerin, die länger auf ihren Bus wartete. „Aber wenn hier die Sonne draufknallt oder es stark regnet, ist man nicht gut genug geschützt.“ Um den Fahrgästen die Umstellung zu erleichtern, will die HSB an den ersten Tagen Lotsen einsetzen.

Weitere Infos , etwa zu den Standorten der Linien, gibt es unter www.hsb.de.

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