Main-Kinzig

Erinnerungen an Flucht und Wiederaufbau

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Neues Mitteilungsblatt für Regionalgeschichte veröffentlicht.

Die Lebenserinnerungen von Gertrud Rosemann, der Gründerin des Hessischen Puppenmuseums, die mittelalterlichen Bildteppiche der Marienkirche Gelnhausen und die Entwicklung der Spessartgewässer – diesen und anderen historischen Themen widmet sich das neue Mitteilungsblatt des Zentrums für Regionalgeschichte.

Wie der Main-Kinzig-Kreis mitteilt, umfasst die 40. Ausgabe des Buches rund 90 Seiten und befasst sich mit der Archäologie, Kulturgeschichte und Natur der Region. Nach Schimmelbefall habe den 600 Jahre alten Tapisserien der Gelnhäuser Marienkirche der Zerfall gedroht, doch jetzt glänzen sie wieder. Über die Kunstwerke und ihre Rettung schreiben der Kunsthistoriker Götz Pfeiffer und die Restauratorin Andrea Knüpfer.

Erhard Bus erforscht die Beziehung von „Dialekt und Geschichte“ am Beispiel der Mundart, die in Windecken und Umgebung gesprochen wird. Die Gegend weise besondere „hochsprachliche Einflüsse“ auf, hat Bus herausgefunden. Gertrud Rosemann hat ihre Lebenserinnerungen aufgeschrieben und thematisiert die Entstehung des Puppenmuseums, das inzwischen Hessisches Puppen- und Spielzeugmuseum heißt. Als über 90-Jährige sagt Rosemann sich: „Das Beste kommt noch!“

Einsatz für den Wiederaufbau

Heike Lasch setzt sich mit den Kollektenbüchern der Kirchengemeinde von Eichen auseinander und geht unter anderem der Frage nach, was Calvinisten auf sich nahmen, um für den Wiederaufbau ihrer im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Kirche Geld zu sammeln. Einer der Helfer war 3700 Kilometer für den Wiederaufbau unterwegs.

Mit dem Beitrag „Versuch über das lange Warten“ gibt Heinz Schilling denjenigen eine Stimme, die nicht ankommen, sondern „auf dem Koffer sitzen“ geblieben sind – ein Text, der die Lebenswirklichkeit von Spätaussiedlern, Vertriebenen und Flüchtlingen spürbar macht.

Das Mitteilungsblatt wird vom Kreisausschuss herausgegeben und ist für 5,80 Euro im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums erhältlich. Interessierte können es auch bestellen (zuzüglich Versandkosten), unter der Telefonnummer 06051/8 51 37 30 oder per E-Mail an christine.raedler@mkk.de.

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