Maintal Fluglärm

Erfolg für junge Bürgerinitiative

Die Stadt misst ab sofort den Fluglärm in den beiden großen Stadtteilen.

Von Christoph Süß

Wenige Monate nach Gründung einer Bürgerinitiative hat die Stadt mit Fluglärm-Messungen begonnen. Am Freitag stellte sie der Öffentlichkeit ihr mobiles Messgerät am Mainufer in Dörnigheim vor, das unter der Anflugroute auf den Frankfurter Flughafen liegt. Das Gerät steht seit einer Woche auf dem Gelände der Pumpstation für die Kläranlage und sendet im Stundentakt Messwerte zum Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) – einem Verein zur Beratung von Betroffenen. Ziel ist, die hohe Belastung der Anwohner nachzuweisen.

Anfang Juli stellt die Stadt das Gerät, das sie kostenlos vom Frankfurter Umwelthaus ausgeliehen hat, für sechs Wochen auf dem Bischofsheimer Friedhof auf. Dieser ist vor allem von startenden Flugzeugen betroffen.

„Wir haben den Lärm unterschätzt“, sagt der parteilose Erste Stadtrat, Ralf Sachtleber. Bis heute vertritt die Stadt die Ansicht, dass der Ausbau des Flughafens richtig ist. Zwar forderte das Parlament in einer Resolution bereits vor einem Jahr von der Landesregierung, dass auch in den Nachtrandstunden nicht mehr geflogen wird. Allerdings ging es nicht so weit wie die Fluglärmgegner.

Bürgerinitiative gegründet

Zum Jahresbeginn riefen mehrere von Fluglärm Betroffene die Bürgerinitiative ins Leben. Diese soll Druck auf die Politik ausüben, sich für einen leiseren Himmel einzusetzen. Ende Februar fand in Hochstadt ein Infoabend statt. Dabei sprachen ein Experte vom DFLD und ein Vertreter vom Bündnis der Bürgerinitiativen im Rhein-Main-Gebiet. Seitdem fahren die Initiatoren gemeinsam mit anderen Betroffenen zu den Demonstrationen am Flughafen.

Die BI fordert unter anderem, dass die neue Landebahn wieder geschlossen wird. Diese sei für den Lärmzuwachs über ihren Dächern seit Anfang 2011 verantwortlich. In Maintal sind die Belastungen in den vier Stadtteilen je nach Wind und Wetterlage unterschiedlich. „Die fliegen, wie sie wollen“, sagt Rentner Gerhard Huwer. Der 68-Jährige wohnt seit 25 Jahren in Dörnigheim. Fluglärm habe es dort schon immer gegeben, doch seit die neue Landebahn offen ist, wache er jeden Morgen um fünf Uhr auf.

Beschwerden absetzen

Im August will die Stadt an beiden Standorten jeweils ein festes Messgerät installieren. Es soll die Werte dauerhaft dokumentieren. Laut Erik Ludwig, Vorsitzender des Vereins gegen Fluglärm Hanau/Kinzigtal, registriert der Flughafen-Betreiber „genau“, ob es mehr Beschwerden gibt. Er empfiehlt Bürgern, die sich gestört fühlen, auf Basis der DFLD-Daten Beschwerden per E-Mail abzusetzen. Die Adresse dafür im Internet lautet www.dfld.de.

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