Hanau

Tod dem Einwegbecher

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Stadt lässt die Einführung eines Pfandsystems prüfen.

Was in anderen Städten erprobt wird, soll auch nach Hanau kommen, ein Pfandbechersystem. Damit ließe Müll- und Umweltbelastung reduzieren, begründet Hildegard Geberth (CDU) den Prüfantrag ihrer Fraktion im Stadtparlament, der ein einstimmiges Votum fand. Laut Geberths Hochrechnung fallen im Jahr in Hanau 3,4 Millionen Pappbecher an, bundesweit belaufe sich die Menge auf 2,8 Milliarden Stück plus 1,3 Milliarden Deckel, die aus Kunststoff bestehen.

„Die Verwendung von Pfandbechern weist eine deutlich günstigere Umweltbilanz auf“, so Geberth. Pfandbecher könnten mindestens 500 Mal benutzt werden. Hanau könnte bei einer Einführung auf laufende Systeme aufsetzen, etwa Recup. Es werde in Städten wie Berlin, München, Nürnberg oder Hamburg praktiziert. Bei Volkswagen werde das Pfandbehältnis in der Betriebskantine angeboten, die Deutschen Bahn halte es für die Fahrgäste bereit. Typische Pappbecher-Abgeber wie McDonald’s oder Tchibo befänden sich ebenfalls unter den Testern. Der Clou besteht darin, der Becher kann an allen beteiligten Stellen bundesweit gefüllt oder bei Bedarf zurückgegeben werden. Die Pfandgebühr von etwa ein Euro bekommt der Nutzer wieder.

Experten sehen den Pfandbecher in der stringenten Nutzung, ausreichend langen Verweildauer im Umlauf und als Betrag zu Abfallvermeidung kritisch. Angesichts der Verpackungsmüllmenge von 16,6 Millionen Tonnen im Jahr, spricht etwa Wolfgang Rotard von der TU Berlin laut „Zeit“ von einer typischen „Kleinkariertheit in Sachen Umweltschutz“. (sun)

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