Gefiederte Verkäuferinnen beflügeln beim Einkauf.
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Gefiederte Verkäuferinnen beflügeln beim Einkauf.

Hanau

Einkaufen bis Mitternacht

Schnee, Matsch und klirrende Kälte: Dennoch ist derzeit in der Hanauer Innenstadt viel los. Die Geschäfte haben bis 24 Uhr geöffnet und auch auf dem Weihnachtsmarkt herrscht Hochbetrieb.

Von Mareike Geringswald

Mit dicken Mützen und Handschuhen drängen sich die Leute auf dem Weihnachtsmarkt und in den Geschäften. Es ist 22 Uhr und noch immer schieben sich mit Tüten bepackte Menschen durch die Straßen. Zwei Stunden bleiben noch für den Einkaufsbummel. Denn das Gros der Geschäfte und der Weihnachtsmarkt haben an diesem Samstag bis Mitternacht geöffnet.

„Ich mache einige Weihnachtseinkäufe für meine Familie. Heute bietet es sich ja an, da so lange geöffnet ist. Das ist gut für berufstätige Leute“, sagt Markus Margraf (30). Dabei blickt er etwas unentschlossen in die Regale einer Parfümerie. „Wir sind gerade im Weihnachtsstress“, erklärt eine Mitarbeiterin, „aber es läuft gut.“ Dort, wo die Geschenke aufwendig verpackt werden, hat sich eine kleine Schlange gebildet.

In den Seitengassen sind viele Schaufenster nach 20 Uhr dunkel

Doch nicht alle Geschäfte in der Innenstadt locken mit bunt dekorierten und illuminierten Auslagen. In den Seitengassen sind bereits viele Schaufenster dunkel. „Guck mal, so ein Geschäft wie der Brachmann hat zu“, sagt eine überraschte Passantin beim Anblick eines verschlossenen Spielwarengeschäftes. Speziell viele kleinere Läden haben sich nicht am Mitternachts-Shopping beteiligt – im Gegensatz zu den Lebensmittelmärkten einer großen Kette am Markplatz und im City Center.

Überhaupt dominieren die großen Ketten das Treiben: Bekleidungsgeschäfte, Parfümerie-Filialen und Kaufhäuser. „Öffnungszeiten bis 22 Uhr würden mir aber ausreichen. Wenn ich nichts finde, gehe ich noch einmal am Montag“, sagt Sandra Kasper (40).

Nicht alle sind auf der Jagd nach letzten Geschenken. „Ich bin nur zum Bummeln hier“, sagt Heidi Gräber fröhlich in der Bücherabteilung des Kaufhofs, „aber vielleicht finde ich doch noch etwas Schönes. Später gehe ich dann noch einmal auf den Weihnachtsmarkt.“ Dort ist am meisten los. Dicht drängen sich die Menschen um die Stände mit Essen und heißen Getränken. Eine Gruppe mit Weihnachtsmützen schunkelt mit Glühwein in der Hand zu Weihnachtsliedern.

Viele verbinden das Einkaufen mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes. „Wir wollen die Zeit nutzen, mal ohne Kind bummeln zu gehen. Wir würden am liebsten rund um die Uhr einkaufen“, sagen Michael Haessner (42) und Simone Fromm (36), die eigens aus Mühlheim gefahren kamen.

Auf dem Weihnachtsmarkt stärken sich die Besucher für den Einkauf

„Bei uns nutzen besonders viele Männer die lange Öffnungszeit für ihren Einkauf“, sagt Thomas Ernst (45), Bereichsleiter des Thalia-Buchladens.

Gegen 23 Uhr lichten sich die Reihen. Nur in den großen Geschäften ist noch etwas los: „Wir haben heute den stärksten Tag des Jahres und mehr Personal im Einsatz. Statt zwei gibt es heute vier Schichten. Die Leute nutzen das Angebot gerne, weil weniger Hektik herrscht“, sagt ein zufriedener Dirk Pallapies (38), Geschäftsführer der Galeria-Kaufhof Filiale. Auch die Kunden wirken zufrieden. „Noch etwas zum Anziehen?“ Jetzt muss es nochmal schnell gehen.

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