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Der riesige Hase aus Eichenholz von Joao Malheiro überragt das Labyrinth.
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Der riesige Hase aus Eichenholz von Joao Malheiro überragt das Labyrinth.

Nidderau

Am Eingang wacht die Heukatze

  • VonFrank Sommer
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Im Maislabyrinth des Vereins Kulturhöhe gibt es Kunstschätze zu entdecken.

Nur das Rauschen des Windes in den Blättern ist zu hören, ansonsten herrscht Stille. Die Pfade sind eng und schon nach wenigen Metern geht jede Orientierung verloren: Wohin man auch schaut, überall ist nur das Grün der Maispflanzen zu sehen. Fast drei Meter hoch ragen sie empor. Hin und wieder huscht eine Maus über den Pfad.

Dann, plötzlich ist eine große Kugel zwischen dem ganzen Grün erkennbar. Doch noch führt der Weg nicht dorthin. Erst einige Windungen später ist die Installation „Es ist angerichtet“ von Anja Frieda Drescher-Parré erreicht. Die Gelnhäuser Künstlerin hat die Erdkugel als Zutat auf einen Küchentisch gelegt.

„Unsere Kunststationen sollen zum Nachdenken anregen“, sagt Otto Löber, Vorsitzender des Vereins Kunsthöhe Nidderau. Gemeinsam mit der Bauersfamilie Vogel vom Hof Buchwald lädt der Verein alle zwei Jahre zum „Kunst Mais“ ein, einem Maislabyrinth mit Kunststationen auf dem Feld bei Windecken.

800 Meter lang ist der Pfad durch das Labyrinth, zehn Kunststationen gibt es zu entdecken. „Verirren kann sich aber keiner, auch wenn die Orientierung rasch verloren geht“, sagt Silke Vogel. In der Art eines antiken griechischen Labyrinthes aus zwei Doppelspiralen hat sie es mit ihrem Mann Rainer angelegt. „Am Himmelfahrtstag haben wir die Pfade in den Mais geschnitten“, sagt sie. Zwei Pflöcke und eine lange Schnur dienten als Hilfsmittel, um die Spiralen zu zeichnen.

„Möge Frieden auf Erden sein“, steht in vier Sprachen auf einem Friedenspfahl im Zentrum des Irrgartens geschrieben. „In diesem Jahr ist der Beginn des Ersten Weltkriegs das übergeordnete Thema der Kunststationen“, sagt Löber. Überall im Labyrinth sind zudem auf Leinentüchern Gedichte des 2010 verstorbenen Texters Jörg Mayr, der auch die Namen Kulturhöhe und Kunst Mais schuf, zu lesen. Die düsteren Texte über Tod und Unterdrückung sind für manche Besucher nur schwer auszuhalten, wie Silke Vogel erklärt: „Mir sagten schon Besucher, dass sie weinen mussten.“

Feldkapelle am Labyrinth

Ob riesiges Hasentotem, eine mit einem Bolzenschussgerät durchschossene Büste oder Fotos von einsam in der Landschaft stehenden Betonbrücken – die Kunststationen laden zum Nachdenken ein. Aber auch zum Spielen: Gerade bei Kindern ist die Heukatze der Hanauerin Kerstin Lochner beliebt. Die Heufigur bewacht den Eingang des Labyrinths, Kinder können in sie hineinkriechen.

„Der Mais ist wie ein Urwald“, sagt Christine Kissel, die das Labyrinth abläuft. Sonst spaziere sie immer am Feld entlang, heute sei sie das erste Mal hineingegangen, gibt sie preis. Die Verbindung von Natur und Kultur findet sie phantastisch. Löber hört das gerne, denn die Kulturhöhe will den Besuchern sowohl Kunst als auch die Landwirtschaft nahe bringen.

Löber weist zu einem Pfad unterhalb des Hügels: „Da führt die Bonifatiusroute entlang.“ Er hofft, dass einige Pilger auch einen Abstecher ins Labyrinth machen – oder zur interreligiösen Feldkapelle davor. Ein Altartisch, einige Bänke aus Steinen und ein paar Pflanzen sind alles, woraus die Feldkapelle besteht. Zum Abschluss des Maislabyrinths soll der Friedenspfahl dann bei der Kapelle seinen endgültigen Platz finden.

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