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Unscheinbar: Ein ringförmiger Erdwall ist das letzte Zeugnis des Kleinkastells nahe der B 8 bei Hanau-Wolfgang.
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Unscheinbar: Ein ringförmiger Erdwall ist das letzte Zeugnis des Kleinkastells nahe der B 8 bei Hanau-Wolfgang.

Main-Kinzig/Wetterau

Ein Kastell zwischen Sümpfen

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Auf dem Limes lässt es sich wandeln – beispielsweise zum Internationalen Denkmaltag am 18. April.

Vor rund 1900 Jahren teilten die Römer mit dem Limes Europa, um ihr mit Kriegen ausgeweitetes Reich zu schützen. Man muss schon genau hinsehen, um heute von der einstigen, mächtigen Demarkationslinie aus Erdwällen, Gräben, Palisaden und Militärbauten noch was zu entdecken. Zwischen Großkrotzenburg und Echzell wird der Wanderer gut fündig. Die Orte bilden derzeit mit ihren Limesinformationszentren die Endpunkte der neugeschaffenen Regionalpark-Limesroute. Die gut 40 Kilometer lange Strecke ist zudem landschaftlich abwechslungsreich.

Mit dem Limes und seinen Wehrbauten ist man in seiner langen Geschichte lange Zeit nicht besonders achtsam umgegangen. Er wurde dort, wo es als nötig gesehen wurde, etwa für Siedlungen, Straßen und Radwege, abgeräumt. Zur Orientierung ist daher der gesamte Limeswanderweg in Deutschland mit Schildern markiert, schwarze Silhouette eines Wehrturms.

In Großkrotzenburg stand einst das Kastell der 4. Kohorte - ein Ziegelfund mit Stempel verriet dies. Dort gab es offenbar sogar eine Millitärziegelei. Um den Limes zu Fuß oder per Rad zu folgen, bietet sich als Ausgangspunkt das dortige Franziskaner-Gymnasium an, in dessen Nähe sich auch der Bahnhof befindet. Der Weg führt in eine Waldschneise, die sich nach 600 Meter an einer Auenlandschaft öffnet, die zur Römerzeit ein weites Sumpfgebiet war.

Der Grenzwall

Der deutsche Abschnitt ist 550 Kilometer lang und heißt Obergermanisch-Raetischer-Limes, der als Schutz- und wohl auch als Wirtschaftgrenze fungierte.

Das Ende des Wetterauer-Limes war um 260 n. Chr., als Rom die rechtsrheinische Provinzen ob der verstärkten germanischen Angriffe verlor.

Infos unter www.limesstrasse.de und www.regionalpark-rheinmain.de. sun

Die heutige Schifflache ist ein alter Main-Bogen. Die besondere Flora und Fauna dort wurde bereits 1953 erkannt und geschützt. Beim Durchqueren wird der ebenerdige Weg genommen. Der parallel verlaufende Pfaffendamm ist wegen umgestürzter Bäume mühselig zu passieren. Der Weg wird danach ein Stück vom Wetterauer Limes begleitet – die stetige Erosion lassen ihn heute mickerig erscheinen, um Germanenhorden aufzuhalten.

Zu den besonderen Stationen auf der Route zählt das aus Holz gebaute Kleinkastell unweit des Neuwirtshauses an der B 8. Vom Waldspielplatz Grenzwalleiche geht ein Trampelpfad zum überwucherten Standort, der immer noch von einem bis zu zwei Meter hohen Wall markiert wird. Grabungen vor 45 Jahren förderten einige Dinge wie eine Speerspitze oder Fensterglas zutage. Bis zu 40 Soldaten waren dort stationiert, um die Strecke zwischen zwei Mooren zu kontrollieren. Zwei flache Erdhügel im Doppelbiersumpf deuten zudem auf Wehrtürme hin. Der Doppelbiersumpf liegt in der Roten Lache und ist anders als die Schiff-lache immer noch beschwerlich zu passieren. Ein asphaltierter Waldweg führt daran vorbei.

Einen Eindruck von der Badekultur der Römer wird in Erlensee-Rückingen gegeben. An der Römerstraße neben einem Spielplatz sind Artefakte eines Badehauses zu sehen.

Nach Erlensee zeigt sich der Limesverlauf vor allem an weiß gekalkten Bäumen und bis zu vier Meter hohen Stangen in der Landschaft. Die Wegmarken wurden in Abstimmung mit Hessen Archäologie erstellt, um den Verlauf des nicht mehr sichtbaren Limes‘ eher aus touristischen als aus wissenschaftlichen Gründen zu zeigen. Allerdings wird ab Marköbel die Römerantike wieder gegenständlich, etwa mit einem nachgebildeten Palisadenzaun. Im Wald nach Rommelshausen begleitet eine wieder der ursprüngliche Limes. Nach eineinhalb Kilometern gibt es Anlass, sich verwundert die Augen zu reiben: linker Hand steht in der Lichtung ein vollständiger Wehrturm – eine Replik aus 2013.

Nach gut zehn Kilometern wird Echzell erreicht, dort stand eine große Kastellanlage. Die Reste wurden spät entdeckt, etwa 1960 das Römerbad, als die Kirche renoviert wurde. Markierungen im Boden machen heute die Ausmaße der Anlage sichtbar.

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