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Sara Aylin Tosman erzählt im FR-Interview von Fastnacht bei den Hochstädter Käwern in Zeiten der Pandemie.
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Sara Aylin Tosman erzählt im FR-Interview von Fastnacht bei den Hochstädter Käwern in Zeiten der Pandemie.

Maintal

Ein bisschen Fastnacht gibt’s in Maintal trotzdem

Sara Aylin Tosman erzählt im FR-Interview von Fastnacht bei den Hochstädter Käwern in Zeiten der Pandemie

In seiner 112-jährigen Geschichte muss der Karnevalverein Die Käwern aus Maintal-Hochstadt in dieser Kampagne auf Distanz feiern. Dabei ist es ein sehr reger Verein, immerhin sind von den 381 Mitgliedern 275 aktiv dabei.

Frau Tosman, ist die Kampagne 2020/21 überhaupt noch lustig?

Ich denke schon. Es wird zwar keine Sitzungen geben, dafür jedoch eine „Couchung“.

Couchung?

Über Zoom wird eine Sitzung mit Büttenreden, Tanz und Musik übertragen. Natürlich nicht live, was wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich ist, sondern mit Ausschnitten früherer Veranstaltungen, die ein Moderator präsentiert.

Ohne Elfer Rat?

Ja, ohne Elfer Rat. Der kann wegen Corona auch nicht zusammenkommen. Klaus Fabricius, er und seine Frau waren 2019 das Prinzenpaar, moderiert.

Sind Corona-Witze erlaubt?

Im Karneval sind kaum Themen tabu, allerdings wollen wir unseren Gästen eine coronafreie Stunde schenken.

Wie viele Sitzungen veranstalten die Käwern in gewöhnlichen Jahren?

Pro Kampagne sind es fünf, Handwerker-, Bembel-, Kreppel- und Kindersitzung sowie die Stehung. Die Sitzungen waren immer sehr gut aus ganz Maintal, Hanau und dem ganzen Main-Kinzig-Kreis besucht. Außerdem verabschieden wir mit einem festlich-traditionellem Heringsessen das Prinzenpaar.

Nun fehlen dem Verein die Einnahmen?

Natürlich fehlen jedem Verein zurzeit Einnahmen aus Veranstaltungen. Wir blicken jedoch optimistisch in die Zukunft und hoffen, spätestens zu unserem Kartoffelfest im Herbst und dem Weihnachtsmarkt wieder viele hungrige und durstige Gäste bei uns im Käwernhof begrüßen zu dürfen.

Konnten die Käwern 2020 ihr Programm noch durchziehen?

Ja, wir hatten wieder tolle abwechslungsreiche Veranstaltungen. Lediglich der Umzug wurde abgesagt, nicht wegen Corona, sondern wegen der tragischen Ereignisse am 19. Februar in Hanau.

Wann stand für Ihren Verein fest, dass es Fasching 2021 höchsten via Zoom gibt?

Das war schon im September. Die Vorstände aller Vereine in Maintal mit Faschingssitzungen kamen zusammen und fassten den gemeinsamen Beschluss, wegen der Ansteckungsgefahr werden keine Sitzungen veranstaltet. Auch der Umzug wurde gleich abgesagt.

Wie kam das bei den Mitgliedern an?

Die Reaktionen reichten von Verständnis wegen der Umstände bis Enttäuschung, weil der Karneval in Maintal mit seinen vier Karnevalsvereinen einen hohen Stellenwert hat.

Gab es überhaupt Motivation, sich über den Sommer auf die Kampagne vorzubereiten?

Bei den Tänzerinnen war die Stimmung gut. Trainiert wurde natürlich unter Corona-Auflagen, mit Abstandhalten und ohne Anfassen. Die Fitness konnte verbessert werden. Die einstudierten Tanznummern können ja auch in der nächsten Kampagne aufgeführt werden. Und auch in allen anderen karnevalistischen Bereichen laufen dezente Vorbereitungen auf die kommende Saison.

Bei der Corona-Pandemie wird gelegentlich von „verlorener Generation“ gesprochen, gilt das auch für Fasching?

Das glaube ich nicht. Wenn sich die Zeiten wieder normalisieren, werden die Menschen in vielen Bereichen einen großen Nachholbedarf verspüren. Davon könnte besonders der vom Miteinander geprägte Fasching profitieren. Und zur Überbrückung bis zur nächsten Kampagne gibt es vielerorts Veranstaltungen und Konzepte wie unsere Couchung.

Interview: Detlef Sundermann

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