Baustraße in Hanau

Hanau: Eilantrag zur Sperrung der Baustraße abgewiesen

  • schließen

Die umstrittene Baustraße bleibt für den Verkehr geöffnet.

Die umstrittene Baustraße, die zum neuen Quartier „Landgut“ in Hanau-Mittelbuchen führt, darf weiter befahren werden. Einen Eilantrag dagegen, den Anlieger wegen der Belastung gestellt hatten, lehnte das Verwaltungsgericht Frankfurt nun ab.

Die zwölfte Kammer betont in der Begründung zunächst, dass der Hessische Verwaltungsgerichtshof 2018 einen Antrag auf Baustopp abgewiesen hatte, die Arbeiten also fortgesetzt und Baumaterialien angeliefert werden dürften. Wenn der derzeitige Weg gesperrt würde, müsste der Baustellenverkehr auf andere Straßen in Mittelbuchen verlagert werden, so das Gericht. Es folgt der Auffassung der Stadt Hanau, nach der die beiden anderen geprüften Möglichkeiten nicht in Frage kämen. Die Auswahl der Stadt sei „nicht zu beanstanden“.

Die Bien Ries AG baut in Mittelbuchen-Nordwest mehr als 120 Wohneinheiten. Das Projekt hat Widerstand ausgelöst. Es sind noch Klagen anhängig, etwa wegen der befürchteten Verkehrsüberlastung durch das Neubaugebiet und des Vorwurfs, es habe gravierende Missstände beim Feldhamsterschutz gegeben. Beides weisen Stadt und Bien Ries zurück, genauso wie die Kritik, die Baustraße gefährde Schulkinder. Deswegen hatten kürzlich etwa 80 Mittelbuchener protestiert.

Das Verwaltungsgericht verweist jetzt darauf, dass bei der ersten Alternative zur aktuellen Baustraße – Lieferung über die Oberdorfelder Straße – die Fahrzeuge eine größere Strecke durch den Ortskern zurücklegen müssten und „die Anzahl der betroffenen Anlieger größer“ wäre. Die zweite Alternative über die Kilianstädter Straße hätte laut Urteil dazu geführt, dass eine neue Baustraße über bislang landwirtschaftlich genutzte Flächen hätte errichtet werden müssen. Zudem wären womöglich Enteignungen notwendig gewesen.

Darüber hinaus ist die Kammer der Ansicht, die Anwohner würden durch den Verkehr auf der Baustraße, die unmittelbar an ihrem Grundstück verläuft, „nicht unzumutbar beeinträchtigt“. Der sogenannte Immissionsrichtwert zum Schutz vor Baulärm werde „nicht unerheblich unterschritten“, wie aus einer Untersuchung hervorgehe.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, die Anlieger können Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einlegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare