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Besichtigung in einem Militärgebäude aus den 1930er Jahren, das die Amerikaner bis ins Jahr 2008 nutzten.
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Besichtigung in einem Militärgebäude aus den 1930er Jahren, das die Amerikaner bis ins Jahr 2008 nutzten.

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Eigentum in alter Militäranlage

  • Wiebke Rannenberg
    VonWiebke Rannenberg
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Investor stellt hochwertige Wohnungen vor. Der Name „Argonner“ soll verschwinden.

Wäre es nach dem Investor gegangen, wäre das Gelände erst in ein paar Wochen zum Tag der offenen Tür dem Publikum vorgestellt worden. Doch die Stadt hatte beschlossen, das ehemalige US-Armeeareal Old Argonner am 24. August zu öffnen. Und so legten die Mitarbeiter der Maiberg Wohnbau Nachtschichten ein – und präsentieren am Samstag in einem Wohnblock eine komplett eingerichtete Musterwohnung: 120 Quadratmeter mit vier Zimmern und neuem Balkon. Dafür hatten sie den Grundriss der Wohnung, die die Amerikaner in den 1950er Jahren gebaut hatten, komplett verändert.

80 Millionen Euro

Maiberg Wohnbau aus Nürnberg hatte im Mai den Zuschlag für das rund 17 Hektar große Gelände in Hanau-Wolfgang bekommen. Mit der neu gegründeten Lehrhöfer Park-Gesellschaft wollen die beiden Geschäftsführer bis Ende 2015 rund 80 Millionen Euro investieren und so 280 bis 300 hochwertige Eigentumswohnungen einrichten. Bis zu 1000 Menschen sollen dort wohnen. Das Besondere: Alle Wohngebäude aus den 1930ern und 1950ern sollen erhalten bleiben. Für die neuen Wohnungen werden die alten Grundrisse verändert. Der asbesthaltige Kleber, den die Amerikaner häufig verwendet hätten, werde komplett entfernt, sagte Projektleiter Niko Rotschedl. Auch die zahlreichen Bäume sollen stehen bleiben.

Eine Nachverdichtung solle es nur in einem kleinen Bereich des Areals geben, sagte Maiwald-Geschäftsführer Udo Riedelsberger: Im hinteren Bereich, nahe der Bahnschienen, werden alte Funktionsgebäude wie der Kindergarten abgerissen und neue Mehrfamilienhäuser mit Flachdächern gebaut. Dort werde es „etwas dichter“, sagte Riedelsberger. Obwohl es keine Durchgangsstraßen geben soll, werde auch kein abgeschlossenes Wohngebiet, keine gated community, entstehen, sagte Rotschedl. Die Zäune würden niedergerissen, hinzu kämen öffentliche Fuß- und Radwege.

Weg von der militärischen Benennung

Anders als das gegenüberliegende Wohngebiet, das die Bezeichnung New Argonner behalten hat, soll hier der von den Nationalsozialisten gewählte Name verschwinden. Dieser sei durchaus „etwas problematisch“, sagte der Vorsitzende des Hanauer Geschichtsvereins, Martin Hoppe, und erinnerte daran, woran die die Nationalsozialisten erinnern wollten: In den Wäldern der Argonnen im Norden Frankreichs hatten sich im Ersten Weltkrieg deutsche und französische Truppen blutige Schlachten geliefert. Mit „Lehrhöfer Park“ beziehen sich die neuen Eigentümer auf die ehemalige Flurbezeichnung „Lehrhöfer Heide“. „Wir wollten weg von der militärischen Benennung“, sagte Rotschedl.

Während sich am Samstag Hunderte Menschen auf dem Gelände umsahen, laufen in der Stadtverwaltung die Arbeiten für den Bebauungsplan seit Wochen auf Hochtouren. Ende September solle er den Stadtverordneten vorgelegt werden, sagte Planungsamtschef Hans-Ulrich Weicker. Laufe alles ohne Widersprüche, könne der Plan im Februar rechtskräftig werden.

Dann will der Investor mit den Bauarbeiten beginnen. Die Vermarktung der Wohnungen startet aber bereits in wenigen Wochen. Dabei gehen die Investoren von einer hohen Attraktivität der neuen Wohnungen in Hanaus Süden aus: Riedelsberger nannte Quadratmeterpreise zwischen 2750 und 3500 Euro.

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