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Ein echter Peukert in Trümmern

Lehrer entdeckt Mosaik bei Abrissarbeiten im Gesundheitsamt

Aus Ruinen zum Vorschein kam dieser Tage ein kleiner Hanauer Kunstschatz. Beim Abriss des ehemaligen Gesundheitsamts an der Nussallee wurde ein Wandmosaik von August Peukert entdeckt.

Der Lehrer Michael Sälter hat es in den Abbruchtrümmern erspäht, als er in der Rückertstraße auf seinen Sohn wartete. Sälter machte schnell noch eine Fotografie von dem Fund und informierte seinen in der Nähe wohnenden Bekannten Joachim Schulmerich.

Der Verleger tippte auf einen Peukert und setzte mit einer E-Mail, die einen lange Verteilerliste aufwies, alle Hebel in Bewegung. Inzwischen hat die Untere Denkmalbehörde einen Stopp der Abrissarbeiten verfügt. Die Signatur auf einem Steinchen hat die Vermutung bestätigt. Allerdings kam die Verfügung etwas spät. Die Bauarbeiter haben das Wandbild bereits geringfügig abgeräumt.

Das rund 1,5 mal 3,5 Meter messende Mosaik befand sich in einem Foyer. Vier Szenen sind auf dem Bild zu stehen. Ein Arzt untersucht einen Mann, eine Ärztin behandelt eine Frau. In der Mitte gibt es einen Doktor vor einer sitzenden Frau mit Kind auf dem Schoß zu sehen, daneben Wartende.

August Peukert wurde 1912 in Großauheim geboren, studierte an der Staatlichen Zeichenakademie sowie bei renommierten Kunstschaffenden der Moderne wie Reinhold Ewald. Peukerts Malereien erlangten bei internationalen Ausstellungen einige Bekanntheit. In den 1950er Jahren begann er zusätzlich zum Medium Leinwand auch mit Glas und Keramik zu arbeiten. Der 1979 mit dem Kulturpreis der Stadt Hanau ausgezeichnete Künstler hinterließ eine Vielzahl von Auftragsarbeiten im privaten und öffentlichen Raum. Seine Werke finden sich etwa in der Friedenskirche und der Lindenauschule. August Peukert starb 1986.

Der vor dem Bagger gerettete Fund soll abgenommen und im Museum Schloss Philippsruhe vorübergehend gelagert werden. Museumsleiter Richard Schaffer-Hartmann misst dem Mosaik zeitdokumentarischen Wert zu. "Das Mosaik sollte der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden", sagt er auf Anfrage. Vorstellbar sei, dass es wieder an seinen alten Standort zurückgekehrt, wenn das Altersheim, das auf dem Gelände des Gesundheitsamtes entsteht, gebaut ist. sun

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