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Auch für das Hotelfach werden noch Azubis gesucht.
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Auch für das Hotelfach werden noch Azubis gesucht.

Hanau Ausbildungsplätze

Duale Ausbildung im Schatten

  • Uta Grossmann
    VonUta Grossmann
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Obwohl das Ausbildungsjahr schon begonnen hat, gibt es noch viele offene Lehrstellen. Gleichzeitig haben längst nicht alle Bewerber einen Ausbildungsplatz gefunden.

Obwohl das Ausbildungsjahr schon begonnen hat, gibt es noch viele offene Lehrstellen. Gleichzeitig haben längst nicht alle Bewerber einen Ausbildungsplatz gefunden.

Das Ausbildungsjahr hat schon begonnen, und immer noch suchen Unternehmen händeringend passende Bewerber für ihre Lehrstellen. Gleichzeitig haben längst noch nicht alle Bewerber einen Ausbildungsplatz gefunden. Viele Unternehmen halten sich wegen der konjunkturellen Lage mit Lehrstellen zurück.

Auch im Main-Kinzig-Kreis bieten Firmen dieses Jahr deutlich weniger Ausbildungsplätze an als 2012, bestätigt Regina Umbach-Rosenow, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Hanau, dieser Zeitung. Das Hanauer Jugendbüro des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) spricht in einer Pressemitteilung gar von 450 Ausbildungsplätzen weniger.

Auf der anderen Seite beklagen Ausbildungsbetriebe, dass sich weniger junge Leute auf ihre Lehrstellen bewerben. Die Kreishandwerkerschaft Hanau verzeichnet insbesondere in den Berufsfeldern Bau und Ausbau, Nahrungsmittel, Sanitär, Heizung und Klimatechnik einen Bewerbermangel. Wenig begehrt seien zudem Ausbildungen als Elektriker, Metallbauer, Tischler und Anlagenmechaniker.

Nicht genügend geeignete Bewerber

Auch viele Mitgliedsfirmen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern stehen vor dem Problem, dass sie nicht genügend geeignete Bewerber für ihre Lehrstellen finden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Hendrik Schmitt, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK, nennt zum einen die wachsene Zahl an Abiturienten. „Wer sein Abi geschafft hat, will meist an die Uni und nicht in die duale Ausbildung“, so Schmitt.

Im Main-Kinzig-Kreis seien lediglich 20 Prozent der Azubis Abiturienten. Die duale Ausbildung werde als nicht so attraktiv wahrgenommen wie ein Studienabschluss. Dabei gebe es etwa an der Technischen Hochschule Mittelhessen die Möglichkeit, ein Ingenieurstudium mit einer Ausbildung zu kombinieren. Zum anderen sei es an der Zeit, das im Ausland als vorbildhaft geltende duale Ausbildungssystem als gleichwertig mit einem akademischen Abschluss anzuerkennen, findet Schmitt.

Die Unternehmen selbst können zu einem besseren Image der dualen Ausbildung beitragen, indem sie in Stellenausschreibungen nicht nur Bewerber mit Uni-Abschluss ansprechen, sondern auch jene mit einer dualen Ausbildung, rät der IHK-Fachmann. Es gelte, die Vorzüge des dualen Systems herauszustellen. So ist die Zahl der Abbrecher in Ausbildungsberufen nach Angaben Schmitts im Main-Kinzig-Kreis mit zwei bis vier Prozent gering, während etwa im Ingenieurstudium bis zu 50 Prozent der Studierenden die Brocken hinwerfen. Im Ausbildungsbetrieb würden Sozialkompetenz und Persönlichkeitsentwicklung viel stärker gefördert als im Hörsaal.

Andererseits müssten sich die Betriebe auf den Rückgang der Bewerberzahlen einstellen, indem sie ihre Ausbildung so strukturieren, dass sie „von dem Personal, das zur Verfügung steht, zu schaffen ist“, sagt Schmitt. Die Firmen sollten ihre Vorzüge und Karrierechancen stärker kommunizieren, Praktika anbieten, mit Schulen kooperieren und Kanäle wie Facebook nutzen.

Grundsätzlich sei zu überlegen, wie die duale Ausbildung verbessert werden könnte. Sie könnte in Modulen organisiert werden, so Schmitt, und nach zwei Jahren bereits einen Abschluss anbieten. In der Regel dauert eine duale Ausbildung drei bis dreieinhalb Jahre.

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