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Main-Kinzig-Kreis

Dritte Lagerhalle in Hammersbach so gut wie sicher

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Ausschuss der Regionalversammlung Südhessen votiert für die umstrittene West-Erweiterung des Gewerbegebietes Limes

Die West-Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebietes „Limes“ kann seit gestern als beschlossene Sache gelten. Die Mehrheitsfraktionen von CDU, SPD und FDP im Haupt- und Planungsausschuss (HPA) der Regionalversammlung Südhessen des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt haben sich am Freitag für eine Änderung des Flächennutzungsplans ausgesprochen. Damit ist davon auszugehen, dass am kommenden Freitag, 5. März, in Flörsheim die Regionalversammlung der Empfehlung folgen wird. Die Dietz AG, Bensheim, könnte dann eine dritte, 40 000 Quadratmeter große Lagerhalle bauen. Mieter wird der saarländische Elektroteilehersteller Hager Group sein. Die Grünen im HPA votierten mit Hinweis auf die Vernichtung von zehn Hektar Ackerboden höchster Güte gegen die Erweiterung. BUND, Bauernverband und Evangelische Kirche fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme die Regionalversammlung auf, den Umweltschutz nicht mit Füßen zu treten.

Bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres hat der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main den Weg für die Expansion von Limes freigemacht. Zuvor hatte Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU) einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, damit das Änderungsverfahren spätestens bis Ende des Sommers abgeschlossen werden kann. Kritiker bezeichneten dies als Nacht-und-Nebel-Aktion. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass weitere Logistikzentren benötigt würden, erklärte Horn der FR.

Zurzeit misst Limes 24 Hektar. Ursprünglich planten die Kommunen im Zweckverband, Büdingen, Limeshain (beide Wetteraukreis) und Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis), mit einer doppelt so großen Fläche an der A45 für Logistik. Damals sah das RP keinen Bedarf dafür. Aktuell sind auf Limes die französische ID Logistics, die für Amazon arbeitet, und der US-Möbelversender Wayfair angesiedelt. Mit der Hager Group sollen 200 Jobs, aber auch 60 weitere Lastwagen pro Tag hinzukommen. Laut einer Verkehrsprognose liegt die Belastung ohne West-Erweiterung bei rund 1200 Auto- und 600 Lastwagen-Fahrten pro Tag.

Die Logistikhalle widerspricht rechtskräftigen Zielen des Regionalplans zum Bodenschutz und zur Landwirtschaft, heißt es von BUND, Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt und Kirche, Dekanat Büdingen. Laut aktuellem Flächennutzungsplan handele es sich um ein „Vorranggebiet Landwirtschaft“. Mit der Lagerhalle werde wertvoller Ackerboden der regionalen Nahrungsmittelerzeugung dauerhaft und unwiederbringlich entzogen, beklagen die Kritiker. Auch bestünden Bedenken, weil das Baugebiet in einer Grundwasserschutzzone III liege.

Am Montag will die Bürgerinitiative Bodenschatz dem Hammersbacher Bürgermeister und Vorsitzenden des Zweckverbandes Limes, Michaels Göllner (SPD), eine Petition mit mehr als 2100 Unterschriften gegen die West-Erweiterung überreichen.

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