Diskussion um Gefahrenstelle

Maintal Stadt und Polizei sehen kein Problem an der Südumgehung

Von Christoph Süß

Der schwere Unfall auf der Hochstädter Südumgehung hat in der Stadt nach Jahren der Ruhe die Diskussion um zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wieder angefacht. Doch während sich viele Bürger ein rasches Handeln der Politik wünschen, schieben sich die Verkehrsbehörden gegenseitig die Verantwortung in die Schuhe. Aus Sicht der Polizei besteht indes kein Handlungsbedarf.

„Hin und wieder passiert dort etwas“, sagt ein Beamter der Polizeistation in Maintal. Insgesamt könne er aber nicht von einer Häufung sprechen. Laut Ingbert Zacharias vom zuständigen Polizeipräsidium Südosthessen war der Unfall vom Pfingstsamstag der erste in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr habe es dort drei leichte Unfälle gegeben, seit 2008 maximal zwei pro Jahr.

Am 18. Mai hatte ein Autofahrer, der aus der Hanauer Waldsiedlung Hohe Tanne unterwegs war, die Vorfahrt an der Kreuzung missachtet und war in den Wagen einer Frau gerast, die auf der Landstraße in Richtung Wachenbuchen unterwegs war – sie wurde dabei schwer verletzt, fünf weitere Personen leicht. Bereits in der Vergangenheit hat es dort immer wieder Unfälle gegeben – teils mit tödlichem Ausgang – sodass dort 2007 Warnschilder aufgestellt wurden.

Aus Sicht etlicher Bürger ist dies nicht ausreichend, da die Kreuzung aufgrund einer Kurve und Bäumen und Büschen schwer einzusehen ist. Dabei wurde die Höchstgeschwindigkeit auf der Landstraße an der Einmündung bereits auf 60 Kilometer heruntergesetzt. Doch viele Autofahrer, die aus Hochstadt kommen, übersehen die Stoppschilder und fahren in die Kreuzung.

Was zusätzliche Sicherungsmaßnahmen an der Gefahrenstelle betrifft, verweist die Stadt an die Landesbehörde Hessen Mobil. Diese sei als Betreiberin der Landstraße für mögliche bauliche Eingriffe zuständig. Viele Bürger fordern einen Kreisel.

Hessen Mobil verweist hingegen bei der Zuständigkeit an die Kreisverkehrsbehörde, die für die Sicherung der Hanauer Landstraße zuständig ist. Doch ihr Leiter, Michael Bednarski, gibt die Verantwortung an die Stadt weiter: Aufgrund ihrer Anwohnerzahl sei sie für den Knotenpunkt zuständig. „Hessen Mobil ist lediglich der Straßenbauträger und führt die verkehrsrechtlichen Anordnungen der Stadt als Verkehrsbehörde aus“, sagt er.

Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU) sieht dies anders: „Wir sind nicht in der Pflicht“, sagt er. Schließlich liege die Kreuzung außerhalb der Innenstadt, und nur eine der vier Zufahrten falle in den Zuständigkeitsbereich der Stadt. Der parteilose Erste Stadtrat Ralf Sachtleber, in dessen Verantwortungsbereich die städtische Verkehrsbehörde fällt, spricht von „keinem nennenswerten Unfallschwerpunkt“.

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