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Weihnachtsmarkt in der Hauptstraße.

Maintal

Heimeliges Hochstadt

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Tausende Besucher schieben sich am Wochenende über einen der schönsten Weihnachtsmärkte der Region. Das Wetter hätte passender nicht sein können.

Schon mit Einbruch der Dämmerung gibt es am späten Samstagnachmittag auf der Hochstädter Hauptstraße kaum ein Durchkommen. Spätestens dann wird dem geneigten Besucher klar, dass er es hier mit einem der attraktivsten Weihnachtsmärkte der Region zu tun hat. Gedränge, Posaunenklänge, Weihnachtslieder, Kindergedichte für den Weihnachtsmann. Und besser kann es in der Hochstädter Fachwerkkulisse gar nicht werden: Es ist trocken und kalt, vom sternenklaren Himmel leuchtet die Mondsichel, dazu die Illumination in den historischen Gassen, und das Postkartenmotiv ist perfekt. Die Kälte macht das Treiben rund um die Buden und Stände umso heimeliger und lässt die Hochstädter und ihre Gäste zusammenrücken.

Erstmals zeigt auch die Stadtverordnetenversammlung mit einem eigenen Stand Präsenz und schenkt Glühwein aus. In Eintracht und für Maintaler Verhältnisse ungewohnter Harmonie wechseln sich die Fraktionschefs Im Ausschank ab. Gar glückselig wirkt Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser in diesem Ambiente, dieser Atmosphäre. Nicht nur weil die Haushaltsberatungen endlich abgeschlossen sind und der Etat voraussichtlich vor Weihnachten einhellig beschlossen wird. Auch ungewöhnlich für Maintaler Verhältnisse. Weihnachtsselige Harmonie also zwischen SPD, CDU, Grünen, FDP und WAM am Stand allenthalben.

Hans-Jürgen Schmitt, Cheforganisator und seit zwei Jahren Vorsitzender des Fördervereins Hochstädter Weihnachtsmarkt, ist hochzufrieden. „Wir rechnen an den beiden Tagen immer mit mehreren Tausend Besuchern. Bei diesem Wetter allemal. Es ist nun mal der schönste Weihnachtsmarkt weit und breit. Es macht auch richtig Spaß, das alles zu organisieren. Damit fangen wir ja schon im Sommer an.“

Aus Frankfurt und dem ganzen Main-Kinzig-Kreis kämen die Leuten geströmt. Und international-multikulti ist der Hochstädter Weihnachtsmarkt längst auch. Die kulinarischen Genüsse gehen inzwischen weit über die traditionellen Weihnachtsmarkt-Angebote wie Glühwein, Reibekuchen oder Spanferkel hinaus. Eine afrikanische Frauengruppe bruzzelt, gart und backt Spezialitäten aus ihrer Heimat, es gibt Kebab und Döner, eigene Stände werden betrieben von Menschen aus Venezuela, der Schweiz, Griechenland und der Türkei, zählt Schmitt auf. Am Anfang der Hauptstraße lockt der „Mobile Irish Pub“ mit Guinness, Whiskyspezialitäten und Fiddle-Klängen.

Alle Vereine sind mit von der Partie, die Fußballer, die DLRG, der Posaunenchor, die Landfrauen, die Windjammerfreunde, das DRK, die evangelische Frauenhilfe, die Lions, die Rotarier und viele mehr. Insgesamt sind es im Freien mehr als 70 ehrenamtlich oder kommerziell betriebene Stände. Dazu weitere 48 auf dem Kunsthandwerksmarkt in allen Stockwerken des Rathauses in der Klosterhofstraße. Hier im Warmen lockt Gestricktes, Gesticktes, Gebogenes, Bemaltes, Geschnitztes, Geschmiedetes, Gehämmertes, Gehäkeltes, Gegossenes, schön und nützlich oder nur schön.

Da sitzt zum Beispiel Erika Heck. Die 62-jährige Hochstädterin ist zum ersten Mal dabei. Sie häkelt mit Leidenschaft. Wer hier aber Topflappen oder Pulloverchen für die Klopapierrolle auf der Hutablage erwartet, liegt falsch. Die Simpsons hat sie ebenso nachgebildet wie Asterix und Obelix oder Tiere. „Topflappen macht doch jede“, sagt sie. Erst als Rentnerin habe sie das Hobby für sich entdeckt. „Ich muss offenbar tatsächlich künstlerisch begabt sein“, lacht sie.

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