Yilmaz Volga opfert seine Freizeit für das Ehrenamt.
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Yilmaz Volga opfert seine Freizeit für das Ehrenamt.

Maintal

Einsatz nach Feierabend

Yilmaz Volga engagiert sich seit seinem zehnten Lebensjahr im Rettungszentrum von DRK und Feuerwehr.

Von Christoph Süß

Yilmaz Volga wollte eigentlich Feuerwehrmann werden, genau wie sein Großvater in der Türkei. Deshalb ging er bereits als Zehnjähriger zur Jugendfeuerwehr Maintal. Direkt nebenan befindet sich das Rote Kreuz. Als der gelernte Fahrzeugbauer 1999 zufällig beruflich bei einem privaten Rettungsdienst landete, war der Schritt zum Sanitäter nur noch ein kleiner.

Seit einem halben Jahr arbeitet der 33-Jährige hauptberuflich im Hanauer Klinikum – die Maintaler DRK-Wache leitet er ehrenamtlich weiter. „Ich mache das gerne“, sagt er. Vier bis sechs Stunden pro Tag verbringt Volga im Rettungszentrum – zusätzlich zu seinem Schichtdienst als Rettungssanitäter.

Bis Mai letzten Jahres war Volga hauptberuflich für das DRK in Maintal tätig. Da konnte er direkt nach der Arbeit an den Autos herumschrauben. „Unseren Sanitätsanhänger habe ich komplett umgebaut“, erzählt er. Auch den neuen Lieferwagen habe er in Eigenregie für die Bedürfnisse des DRK hergerichtet. „Um Kosten zu sparen“, wie er beteuert.

Bei dem Rettungsdienst in Frankfurt kümmerte er sich zunächst nur um die Fahrzeuge, doch sein Arbeitgeber legte ihm nahe, eine Ausbildung zum Rettungssanitäter zu machen.

Etwa zu dieser Zeit begann er, sich beim Roten Kreuz in Maintal ehrenamtlich zu engagieren. „Man merkt schon in dem Haufen, dass man anders ist“, sagt Yilmaz Volga, auf seine türkische Herkunft angesprochen. Als es bei der Jugendfeuerwehr ein Abschlussfest gab, bekam er als einziger einen Teller mit Hühnchen auf den Tisch. „Als Jugendlicher hab ich noch kein Schwein gegessen“, sagt Volga. Heute lasse er kein Jägerschnitzel mehr aus. Zwar gebe es manchmal noch abschätzige Kommentare aufgrund seines ausländischen Namens – insgesamt überwiege aber die Anerkennung im Dienst.

Dafür, dass er sich heute ehrenamtlich engagiert, sind auch seine Klassenkameraden verantwortlich. „Die gingen alle zur Jugendfeuerwehr, und ich wollte das auch“, erzählt Volga. Seine Eltern hätten ihn unterstützt, solange die Schule nicht darunter litt, obwohl der Großvater bei einem Einsatz ums Leben kam.

Vor zehn Jahren hat Volga versucht, gezielt Migranten anzusprechen, doch sei er auf nur geringe Resonanz gestoßen. „Es ist insgesamt schwieriger geworden, Nachwuchs zu rekrutieren“, hat er festgestellt. Die Herkunft spiele dabei keine Rolle.

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