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Ein deutscher Sommer

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Spielerisch lernt sich Deutsch am besten, dafür  müssen auch mal    Sommerferien  herhalten. 30 von rund 700 Drittklässlern aus 15 Hanauer Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil lernen in den ersten drei Sommerferien-Wochen Deutsch. Zwei Wochen übernachten sie in der "Wegscheide". Das kostet die Eltern nur 45 Euro. Täglich haben die Kinder zwei Stunden Deutschunterricht, dann zwei Stunden sprachintensives Theaterspiel. Lesen, Schreiben, Wortschatz und Grammatik stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit in zwei Gruppen à 15 Kinder. Sie werden im Tandem von einer Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache und einem Theaterpädagogen unterrichtet.
Spielerisch lernt sich Deutsch am besten, dafür müssen auch mal Sommerferien herhalten. 30 von rund 700 Drittklässlern aus 15 Hanauer Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil lernen in den ersten drei Sommerferien-Wochen Deutsch. Zwei Wochen übernachten sie in der "Wegscheide". Das kostet die Eltern nur 45 Euro. Täglich haben die Kinder zwei Stunden Deutschunterricht, dann zwei Stunden sprachintensives Theaterspiel. Lesen, Schreiben, Wortschatz und Grammatik stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit in zwei Gruppen à 15 Kinder. Sie werden im Tandem von einer Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache und einem Theaterpädagogen unterrichtet. © Privat

Hanau beteiligt sich erstmals an intensiven Ferien-Sprachförderkursen für Drittklässler. Mit Theater, Lesen und Spielen sollen die Kinder ihre Deutschkenntnisse verbessern. Von Ute Vetter

Von Ute Vetter

Draußen vor dem Congress Park demonstrierten einige wenige gegen das kürzliche Nein der Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) zur Umwandlung der Tümpelgartenschule in eine Integrierte Gesamtschule (IGS). Drinnen sprach die Ministerin über die Vorteile des "DeutschSommers" für Hanauer Grundschüler. Und hörte vom Fall eines Drittklässlers syrischer Abstammung aus Hanau.

Der Junge wollte nicht teilnehmen am ersten "DeutschSommer" im Schullandheim Wegscheide in Bad Orb. Als er aber hörte, er könne dort sein schlechtes Deutsch mit Spiel, Spaß, Freizeit und Theaterspielen verbessern und trotzdem zu den Großeltern reisen, sagte er sofort zu.

30 von rund 700 Drittklässlern aus 15 Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil lernen in den ersten drei Sommerferien-Wochen Deutsch. Zwei Wochen übernachten sie in der "Wegscheide". Das kostet die Eltern nur 45 Euro.

Zwei Wochen "Wegscheide"

Täglich haben die Kinder zwei Stunden Deutschunterricht, dann zwei Stunden sprachintensives Theaterspiel. Lesen, Schreiben, Wortschatz und Grammatik stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit in zwei Gruppen à 15 Kinder. Sie werden im Tandem von einer Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache und einem Theaterpädagogen unterrichtet.

Nachmittags betreuen Sozialpädagogen die Kleinen in einem Freizeitprogramm. So leisten die "Ferien, die schlau machen", auch einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und bringen soziale Kompetenz, lobt Schuldezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP).

Schwerpunkt ist die Arbeit an grammatischen Strukturen, sind sie doch der Schlüssel für den Zweitspracheerwerb: Präpositionen, Artikel, Pronomen und Satzbau. Tägliche Lektüre fördert die Leselust und -kompetenz. Und wer dann noch Lernbedarf hat, kann im Januar vor den Zeugnissen eine Woche dranhängen.

Nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden wurde Hanau von der Frankfurter Stiftung Polytechnische Gesellschaft und weiteren privaten Stiftern und Partnern ausgeguckt. Grundlage des "DeutschSommers" ist ein Modellprojekt. Es wurde vor einigen Jahren vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, von der Jacobs Foundation und vom Bremer Bildungssenat initiiert. 2006 baute die Polytechnische Stiftung in Frankfurt das Programm aus.

Die Stadt, das Kultusministerium und die Bertha-Heraeus-und- Kathinka-Platzhoff-Stiftung (Hanau) berappen jeweils 20.000 Euro für den "DeutschSommer". Und die Deutsche-Bank-Stiftung gibt nochmal 12.000 Euro dazu.

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