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Nach Jahren der Restaurierung ist das Pferdekarussell mit Kutschen wieder fahrbereit.

Karussell Hanau

„Es gibt noch so viel zu tun“

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Stefan Bahn fördert seit 1998 das Karussell und den Park Wilhelmsbad. Im Interview spricht er über das Ende eines Projekts.

Herr Bahn, Sie sind selbst nie mit dem Karussell gefahren, woher kam diese außergewöhnliche Motivation, es wieder aufzubauen?
Jedes Kind geht im Winter auf dem Karussellhügel in Wilhelmsbad rodeln, kennt das Karussell also von klein auf. Ich habe es, wie viele andere, jahrelang durch die Gitterstäbe angeschaut, mich sogar hindurchgezwängt und mich in die Wagen gesetzt – verbotenerweise natürlich! (lacht) Es ist in meinen Augen einfach das emotionalste Bauwerk in Hanau.

Bis zum 22. Juli, wenn sich die Pferde und Wagen zum ersten Mal vor aller Augen wieder drehen, war es ein weiter Weg. Welche Phase war die schwierigste?
Der Anfang war definitiv schwierig. Wir dachten zu Beginn, dass wir den Verein gründen, ein paar Spenden sammeln und dann alles läuft. Doch zu Beginn hatten wir nach einer Sammelaktion am Wochenende gerade mal 50 Euro in der Kasse. Also haben wir immer mehr Ideen entwickelt, das Karussell zu einer Marke gemacht, indem wir Postkarten hergestellt oder gemeinsam mit dem Hofgut Hörstein einen „Karussellwein“ entwickelt haben. Die Deutsche Post hat sogar 1000 Briefmarken mit zwei Motiven des Karussells bedruckt – all das war wichtig, um das Projekt voranzubringen.

18 Jahre lang haben Sie und die anderen Mitglieder des Verein dafür gearbeitet. Was kommt jetzt?
Es gibt noch so viel zu tun! Wir werden weiter unsere beiden Feste, das Federweißen- und Martinsfest, ausrichten; dann soll das Karussell auch immer laufen. Wir bieten weiterhin Führungen an und haben noch so einige Pläne.

Das heißt, Sie machen weiter?
Wie es langfristig weitergeht, wird dann der Vorstand nach der Wahl im Herbst entscheiden …

… ob Sie das dann sind, wird nicht verraten?
Genau! (lacht) Aber sicher ist, dass wir uns weiter auch für das Karussell und den ganzen Park Wilhelmsbad einsetzen wollen.

Das Karussell ist sicher die beste Werbung für die ganze Anlage.
Auf jeden Fall! Wir sind auf der ganzen Welt mit Karussellfreunden und Denkmalschützern vernetzt, alle werden bei der Eröffnung mitfiebern, und sicher bekommt Wilhelmsbad darüber noch mehr Aufmerksamkeit.

Interview: Elena Müller

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