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Birgit Ohwerk und ihre Töchter Lisa und Sara sind die ersten Bewohner des Argonner Parks.
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Birgit Ohwerk und ihre Töchter Lisa und Sara sind die ersten Bewohner des Argonner Parks.

Argonner Park Hanau

Daheim im Offiziershaus

Bis 2008 lebten hier noch US-Soldaten und ihre Familie: Jetzt ziehen die ersten "Zivilisten" in das Wohngebiet „Argonner Park“ in Hanau-Wolfgang ein. 1500 sollen es einmal werden.

Von Ute Vetter

Sie gehört zu den ersten Käuferinnen einer Wohnung, in der noch bis Ende 2008 US-Soldaten mit ihren Familien lebten: Birgit Perschmann-Ohwerk (43). Sie zog bereits Anfang Dezember in eines der renovierten Vier-Zimmer-Domizile im „Argonner Park“ in Hanau-Wolfgang. Hier, auf dem rund 344000 Quadratmeter großen Areal mit großen Grünflächen, alten und neu gepflanzten Bäumen sowie viel Platz zwischen den einstigen „Family-Housings“ und „Offiziershäusern“ lebt sie nun mit ihren Töchtern Lisa und Sara. Insgesamt sollen im „Argonner Park“ dereinst etwa 1500 Menschen zuhause sein.

Das dreistöckige Wohnhaus Nummer 11 im Zitronenfalterweg mochte sie „auf den ersten Blick“, erzählt die Bankangestellte. Weiße Briefkästen sind längst montiert, Trottoirs und Zuwege indes noch nicht fertig. „Den Baustellen-Dreck schleppe ich natürlich in die Wohnung“, erzählt sie, „aber das macht uns nichts aus“. Sie wollte nur so schnell wie möglich einziehen, „und die Bauleitung, Handwerker und alle anderen sind uns da sehr entgegen gekommen“, freut sie sich und entschuldigt sich für den Campingtisch, auf dem sie Tee serviert. Der neue Esstisch ist noch nicht geliefert. Derweil kuscheln die Töchter auf der modernen weißen Eckcouch und sehen fern.

Birgit Perschmann-Ohwerk kennt das nahe gelegene „alte“ Wolfgang: Sie verbrachte dort und in der Waldsiedlung in Großauheim einen Großteil ihrer Jugend, waren die Eltern doch 16 Jahre lang Pächter des Bürgerhaus-Lokals in Wolfgang. Nun wächst der kleinste Stadtteil langsam mit dem größeren Nachbarstadtteil Großauheim zusammen.

Die Wohnungen sind hell, das aufgearbeitete Echtholz-Parkett schimmert. Bad und Küche sind modern, geschmackvoll und brandneu. Alle Wohnungen haben zwei Balkone; den „alten“, renovierten nach vorne und einen neuen nach hinten mit Blick auf eine riesige Grünfläche mit Spielplatz und Bäumen. „Als ich die Wohnung das erste Mal betrat, gefiel sie mir sofort. Ich habe mich hier gleich wohlgefühlt“, erinnert sich Perschmann-Ohwerk.

Sie erfuhr erstmals übers Internet vom „Argonner Park“. Das erste Konzept der Investoren (Verkauf unrenovierter Wohnungen) gefiel ihr aber nicht. „Ich vemochte nicht abzuschätzen, welche Kosten etwa für neue Fenster, Böden oder Leitungen auf mich zukommen könnten. Das war mir zu riskant.“ Kaum war das Konzept geändert in „Verkauf nach Sanierung“, schlug sie zu.

Perschmann-Ohwerk lebt übrigens mit prominenter Nachbarschaft: Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist mit seiner Familie ebenfalls vor Kurzem eingezogen – ins größte der wenigen Einfamilienhäuser unter den fast 40 „Offiziershäusern“, alles Doppelhäuser mit Carports und Garten. Er könnte theoretisch die Przewalski-Urwildpferde hinter seinem Garten erspähen. Wären da nicht Bäume, Büsche und Zäune als Schutzwall zum ungewöhnlichen Artenschutz- und Auswilderungsprojekt auf dem ehemaligen US-Truppenübungsplatz „Campo Pond“ – längst ein Naturschutzgebiet nach strengen FFH-Richtlinien der Europäischen Union. Diese sichere, weil unbebaubare, Nachbar-Grünfläche schätzen die Käufer im „Argonner Park“ sehr. Ebenso die Tatsache, dass nur wenige Meter entfernt die Stadt einen Sport-Kindergarten bauen will, die evangelische Paul-Gerhardt-Privatschule in einer ehemaligen, renovierten US-Schule eröffnete und die Turngemeinde Hanau 1837 einen Sportpark plant und eine moderne US-Turnhalle gekauft hat und betreibt.

Ein bisschen „wild“ sieht es noch im „Argonner Park“ aus, bis zum Sommer herrscht noch Baustellen-Betrieb. Statt Vorgärten prägen Baumaschinen und Gerüste das Ambiente. Auch darum wird das große Metalltor an der Einfahrt noch Tag und Nacht von einer Sicherheitsfirma bewacht – zum Schutz vor Vandalismus. Doch die Einfahrt entfällt sicher, wenn noch mehr Mieter und Käufer hier leben. „Und wenn das Nahversorgungszentrum mit allerlei Läden vorne an der Aschaffenburger Straße fertig ist“, freut sich Birgit Perschmann-Ohwerk auf dann kurze Einkaufswege.

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