Maintal

Corona-Stillstand belastet Maintaler Sportvereine schwer

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Stadtverordnete im Maintal erlauben den Sportvereinen, Mieten und Gebühren zu stunden. Trotzdem muss der TGM Dörnigheim jetzt an seine Rücklagen.

Eine brachliegende Maintalhalle, leere Sportanlagen: Das Vereinsleben der Turngemeinde 1882 Maintal-Dörnigheim ist völlig zum Erliegen gekommen. „Unsere Kosten laufen weiter, die Einnahmen bleiben aus. Wir müssen an unsere Rücklagen“, erklärt Jörg Schuschkow, der Vorsitzende. Konkrete Zahlen zu den monatlichen Kosten könne er wegen der Ferien und der geschlossenen Geschäftsstelle aber nicht nennen, zumal wohl weitere Abrechnungen aufgelaufen seien.

Das Notparlament der Stadtverordneten habe jedoch beschlossen, allen Maintaler Sportvereinen Mieten und Gebühren etwa für die Nutzung der Maintalhalle und des ebenfalls geschlossenen Maintalbads zu stunden, sagt Schuschkow. Er sitzt für die Wahlalternative Maintal (WAM) im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt. Der mit rund 1600 Mitgliedern größte Breitensportverein in Maintal und einer der größten im Main-Kinzig-Kreis nutzt außerdem die Sporthalle der Werner-von-Siemens-Schule.

Besonders der Handballspielgemeinschaft und der Tischtennisabteilung fehlten die Einnahmen durch Zuschauer, weil alle Wettkämpfe und sportlichen Begegnungen bis auf Weiteres abgesagt sind. „Wir haben aber ganz gut gewirtschaftet und ein finanzielles Polster – im Gegensatz zu Fußballbundesligavereinen, die eher auf Kante genäht sind“, befindet der Vorsitzende. Auch die über Hessen hinaus erfolgreiche Fechtabteilung der TGM leidet. Weder Training noch Qualifikationsturniere für Landes- und Deutsche Meisterschaften finden bundesweit statt, erklärt Abteilungsleiter Michael Kaib.

Die drei stundenweise bezahlten Trainer der TGM müssen Honorarverluste hinnehmen, Einnahmen aus dem Cafeteriabetrieb bei den von den Dörnigheimern üblicherweiser in der Maintalhalle ausgerichteten Turnieren bleiben aus. „Es ist einfach alles ein Totalausfall“, sagt Kaib.

Auch das Soziale leidet

Es gehe nicht nur um das Sportliche und Finanzielle, sondern auch um das Soziale. Einige würden sich zum Sport, etwa zum Joggen verabreden, doch viele hätten sich seit Wochen nicht mehr gesehen. Kaib ist besorgt. „Alle reden über die Bundesligavereine. Aber davon, wie es bei uns im Breiten- und Randsport weitergehen soll, spricht niemand.“

Bislang hätten erfreulicherweise nur einige wenige Mitglieder wegen der fehlenden Sportangebote gekündigt, sagt Schuschkow. „Es ist schön, dass die meisten ihrem Verein auch in dieser schweren Zeit die Treue halten.“ Schlimm sei aber, dass Übungsleiterinnen und Übungsleiter derzeit kein Geld bekämen, insbesondere für die Hauptberuflichen, die darauf angewiesen seien. Für diese Woche ist eine virtuelle Vorstandssitzung geplant, in der beraten werde, wie es weitergehen soll.

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