Hanau

Clownerie und Artistik

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Der Weihnachtscircus findet bereits zum vierten Mal in Steinheim statt. Es handelt sich dabei um eine Initiative des Gewerbevereins. Er will Familien etwas besonderes bieten.

Bonn soll einen haben, ebenso Lübeck und Berlin sowieso, seit vier Jahren gastiert auch in Steinheim ein „Weihnachtscircus“. Der Steinheimer Gewerbeverein hatte einst die Initiative ergriffen und ist seither enger Kooperationspartner. So sehr, dass Vize-Vorsitzender und Zirkusorganisator Reiner Bohländer schon mal als Beleuchter während der Vorstellungen aushilft.

„Über die Weihnachtszeit und die Tage bis Neujahr wollen wir Familien was Besonderes bieten“, erzählt Bohländer. Um die „schöne Idee“ voranzubringen, machte sich der Gewerbeverein vor vier Jahren auf die Suche nach einem passenden Unternehmen. „Wir haben uns Vorstellungen von mehreren Zirkusse angesehen und auch hinter die Kulissen und in die Stallungen geschaut“, sagt Bohländer. Außerdem sollten als tierische Artisten höchstens Haustiere in der Manege auftreten. Im Familienunternehmen Circus Barus aus Schlitz bei Fulda erkannte der Gewerbeverein den richtigen Partner. Das bestätigt sich offenbar auch in den Besucherzahlen. Zum vergangenen Gastspiel seien 3000 Besucher gekommen. Zunächst hatte der Zirkus sogar nur einige Tage im Advent gastiert. „Der Wintercircus hatte sich aber so gut entwickelt, dass wir schon bald die Saison auf Weihnachten bis Neujahr legten“, sagt Bohländer.

Der Gewerbeverein fungiert als Organisator. Er kümmert sich um die Werbung mit Zeitungsanzeigen, Plakaten und dem Verteilen von 1000 Eintrittsermäßigungen an Schulen, Kindertagesstätten und in Geschäften im Stadtteil. Die Stadt Hanau hilft beim Plakatieren im Stadtgebiet und stiftet Preise für eine Tombola, deren Erlös einem Sozialprojekt zugute kommen soll, sagt Bohländer. „Der Zirkus muss sein Gastspiel komplett aus den Eintrittseinnahmen finanzieren.“

Die Rechnung, das Manegezelt über die Weihnachtszeit zu bespielen, geht für Marco Giovanni und Bianca Frank auf. „Im Sommer unternehmen die Leute viele Freizeitaktivitäten, im Winter haben sie hingegen mehr Zeit den Zirkus zu besuchen. Das Zelt ist ja geheizt“, sagt Bianca Frank, die wie ihr Mann aus einer Zirkusfamilie kommt.

In achter Generation

Rund 20 Akteure beschäftigt Barus. Wie es in kleinen Betrieben eben sei, müsse jeder, außer sein Können vor dem Publikum darzubieten, auch mit anpacken, wenn Arbeit anfällt. Die Franks wohnen während der Gastspieltour in ihrem Wohnwagen, einige Artisten werden in Hotels am Auftrittsort untergebracht, sagt Frank. Mit dem Wohnwagen begleite sie ein Stück Zuhause. Der Circus Barus wird bereits in der achten Generation geführt. „Wir sind recht zufrieden, so wie es läuft“, sagt Bianca Frank. Ihre noch schulpflichtigen Kinder sind zwar auch schon Manegeprofis, doch ob sie die Familientradition fortsetzen werden, ist offen. „Wir sind nur dahinter, dass sie alle eine gute Schulausbildung mit Abschluss erhalten“, sagt Bianca Frank.

Nach dem Gastspiel in Steinheim geht es ins Winterquartier. Faulenzen sei aber nicht angesagt. Die Zeit werde genutzt, um aufgeschobene Behördengänge oder Reparaturen am Inventar zu erledigen. „Nach sechs Wochen wird es wieder langweilig, und wenn das Wetter passt, geht es wieder los“, sagt Frank.

Der Weihnachtscircus gastiert bis zum 4. Januar auf dem Burggartengelände am Kreuzweg. Infos zu Terminen und zur Silvesterparty im Zirkus unter www.hanauer-weihnachtscircus.de, Kartentelefon : 0177 / 3907355.

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