Andreas Hensel fühlt sich wohl an seiner Wirkungsstätte
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Andreas Hensel fühlt sich wohl an seiner Wirkungsstätte

Chefarzt in Hanau

Chefarzt schätzt spirituelle Atmosphäre

Andreas Hensel leitet St. Vinzenz Krankenhaus in Hanau in Allgemein- und Viszeralchriurgie

Von Ute Grossmann

Das St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau hat einen neuen Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Dr. Andreas Hensel leitet die Abteilung mit drei Oberärzten und fünf Assistenzärzten seit Anfang Oktober. Gestern wurde er mit einem Festakt offiziell eingeführt.

„Ich wollte gern zurück in ein konfessionelles Krankenhaus“, erzählt der 44-jährige gebürtige Frankfurter, der in Frankfurt und Heidelberg studiert hat. Zur Medizin kam er durch den Zivildienst im Frankfurter Uniklinikum: „Da wusste ich, das will ich machen.“ An der Chirurgie fasziniert ihn das Handwerk und dass man „schöne Erfolge“ sieht.

Zehn Jahre war Hensel Oberarzt im katholischen St. Marien Krankenhaus in Siegen, bevor er als Chefarzt nach Bad Schwalbach zu einem privaten Krankenhausträger wechselte. Während er sich in Siegen sehr wohl gefühlt hatte, gefiel es ihm in Schwalbach gar nicht. Die Gewinnmaximierung habe im Vordergrund gestanden, die Personalausstattung sei entsprechend schlecht gewesen, das habe die Arbeit deutlich erschwert.

Geht nicht nur um Gewinnmaximierung

Hensel wollte zurück an ein konfessionelles Haus. Dass es mit dem katholischen St. Vinzenz Krankenhaus geklappt hat, freut ihn, der selbst Katholik ist, besonders. „Natürlich müssen wir hier auch ökonomisch arbeiten, aber es geht nicht in erster Linie um Gewinnmaximierung“, sagt er.

Die spirituelle Atmosphäre, die seelsorgerischen Angebote, die Ordensschwestern, die sich auch mal Zeit für ein Gespräch nähmen, das sind in seinen Augen die großen Pluspunkte im St. Vinzenz Krankenhaus. Ihm selbst gibt der Glaube Kraft, auch wenn eine Operation mal nicht den erhofften Verlauf nimmt.

In den ersten zwei Monaten als neuer Chefarzt hat sich der gute Eindruck bestätigt. Die Stimmung sei sehr positiv, das Personal engagiert und freundlich. „Ich habe hier ganz tolle Mitarbeiter und eine schlagkräftige Riege exzellenter, erfahrener Oberärzte“, fasst Hensel zusammen.

Großes Aufgabenspektrum

Sein Spezialgebiet ist die End- und Dickdarmchirurgie. Dazu zählen die Entfernung von Darmkrebstumoren, Hämorrhoiden und Fisteln sowie die Behandlung von Inkontinenz und entzündlichen Darmerkrankungen. Zu den Aufgaben gehört aber auch das übrige Spektrum der Bauchchirurgie mit Blinddarmen, Gallenblasen oder Leistenbrüchen. Ein Schwerpunkt am St. Vinzenz ist die Adipositaschirurgie schwergewichtiger Patienten, „eine komplexe, aufwendige Chirurgie“, so Hensel. Besonders die Narkoseverfahren seien kompliziert, weil die Patienten häufig an Nebenerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck leiden.

Neu eingeführt hat Hensel eine Nachmittagssprechstunde in der chirurgischen Ambulanz, die sehr gut angenommen werde, sagt er. Ein Oberarzt oder er selbst untersucht die Patienten und klärt alle Fragen zur Vorbereitung einer OP. Die Patienten müssen nicht mehrmals kommen, was besonders Berufstätige freut, und die Wartezeiten hätten sich von mehreren Stunden auf 15 Minuten reduziert.

Für die Zukunft hat sich Hensel vorgenommen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verstärken. „Außerdem streben wir die Zertifizierung als Darmkrebs- und Beckenbodenzentrum an“, sagt der Chefarzt. Solche Zentren erleichterten auch die Nachsorge der Patienten nach dem Eingriff.

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