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An einem Strang ziehen: Das Hauptmotiv des Kunstwerks ist an den Unterführungswänden bereits erkennbar.

Maintal

Unterführung wird Hingucker

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Profi-Graffiti-Team verschönert im Auftrag der Stadt 500 Quadratmeter Beton.

Solidarität, Gemeinsamkeit, Miteinander. „An einem Strang ziehen“ eben. Das wird das Grundmotiv der Graffiti-Kunst sein, die ab Sonntag, spätestens Montag, die Bischofsheimer A 66-Unterführung verschönern wird. Symbolisiert durch Menschen, die an einem Tau ziehen. So viel war am Donnerstag von dem gigantischen Gemälde schon zu erkennen.

Die Stadt Maintal hatte einen Wettbewerb ausgelobt, und die sechsköpfige Graffiti-Gruppe Hanau-Radau um Steffen Ansorge bekam mit ihrem Entwurf von zwölf Vorschlägen den Zuschlag von der Jury. Derzeit wird fleißig gepinselt und gesprayt, während der Verkehr hinter den Kreativen vorbeidonnert.

„Auch die Verbindung Maintals mit Frankfurt soll in dem Motiv symbolisiert sein“, erklärt der 33-jährige Ansorge. In kunstvollen Buchstaben entsteht unter der Decke der Schriftzug „Let’s work together.“

Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU) freut sich angesichts der entstehenden Farbenpracht. „Maintal wird bunter, freundlicher, heller, sicherer. Das hier war immer so eine graue und triste Unterführung. Die wird jetzt ein richtiger Hingucker. Und zwar ein bleibender.“ Es sei alles mit der Autobahnverwaltung abgestimmt. „Nichts illegal“, betont Rohrbach mit Blick auf das vielfach noch verbreitete Image der Spray-Kunst. Die hellen und freundlichen Farben erleichterten auch die Unterquerung der Autobahn für Fußgänger, was angesichts des höllischen Verkehrslärms hier nicht gerade angenehm ist. Die klamme Stadt Maintal brauche das Farb-Projekt auch nicht zu bezahlen, denn man habe mit dem Unternehmen STO einen Sponsor gefunden. Das stellt – naheliegend – unter anderem Farben, Lacke und Betonlasuren her und hat obendrein einen Standort in Maintal. Es komme für die Materialkosten und das Honorar der Truppe auf.

Die großflächige Aufwertung der drögen Unterführung habe den weiteren Vorteil, dass sie weniger verlockend für illegale Schmierer sei. „Flächen, die schön gestaltet sind, werden eher in Ruhe gelassen“, glaubt Rohrbach. Auch Ansorge spricht von einer gewissen Sprayer-Ehre innerhalb der professionellen Szene. „Wenn einer sieht, wie viel Arbeit da drinsteckt, lässt er meistens die Finger davon.“

Immerhin bearbeiten die sechs Sprayer 500 Quadratmeter Betonfläche, je 250 pro Wand, die bis Sonntag fertig sein sollen. Dabei kommen laut Ansorge nicht nur Spraydosen zum Einsatz. Die größeren Flächen werden auch gestrichen. Dosen brauche es vor allem für die farblichen Abstufungen. Freiwillige Helfer hatten vergangene Woche die Flächen der Unterführung gereinigt und grundiert, damit die Kunst des „Hanau-Radau“-Teams auch nachhaltig anhaftet.

Es gebe durchaus noch weitere Flächen in Maintal, die verschönerungswürdig sind, befindet der Bürgermeister. Es sei ohnehin nicht das erste Projekt dieser Art. Im Juni vergangenen Jahres wurde die Maintalhalle in Dörnigheim verschönert.

Laut Stadt-Sprecherin Nicole Sittig werde auch überlegt, die Beleuchtung der Unterführung zu erneuern oder zu ergänzen, um die Pracht des Graffiti-Kunstwerks auch nachts angemessen zu illuminieren.

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