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Gerd Krämer führt das Kuratorium der Burgfestspiele.

Burgfestspielel Bad Vilbel

Chef der kulturellen Strippenzieher

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Das Kuratorium der Burgfestspiele hat einen neuen Vorsitzenden: Gerd Krämer. Er folgt auf den im August 2013 verstorbenen Günther Biwer. Krämer sieht das Kuratorium als "Denkfabrik" für die Festspiele.

Bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen geht es seit mehreren Jahren stets bergauf: Von Jahr zu Jahr kommen mehr Zuschauer, das Programm wird umfangreicher und auch die pädagogische Betreuung wird immer weiter ausgebaut.

Einen einzelnen Grund für diesen Erfolg gibt es nicht. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel vieler Faktoren und engagierter Personen, allen voran von Intendant Claus-Günther Kunzmann.

Im Hintergrund wirkt aber auch eine weitere Kraft, die weit weniger im aktuellen Geschehen verankert ist und doch zum Gelingen beiträgt: Das Kuratorium der Burgfestspiele. Es vereint zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur.

Krämer folgt auf Biwer

Laut Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) hat das Gremium eine doppelte Aufgabe: Es solle nach außen ebenso wirken wie nach innen. Nach innen geht es um die Weiterentwicklung der Festspiele durch konstruktive Ideen oder Kritik. In der Arbeit nach außen hingegen geht es um Netzwerke, die Suche nach Sponsoren, den Kontakt zu Stiftungen. Und natürlich fungieren die Prominenten im Kuratorium auch als Werbeträger.

Bis zu seinem Tod im August 2013 stand Ehrenbürgermeister Günther Biwer dem Gremium vor. Jetzt gibt es einen Nachfolger: Neuer ehrenamtlicher Vorsitzender ist Gerd Krämer. Er war von 1991 bis 1996 hauptamtlicher Stadtrat für Soziales und Jugend in Oberursel, danach bis 2003 dort Bürgermeister.

2003 wurde Krämer Staatssekretär. Zunächst im Hessischen Sozialministerium, 2009 dann im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. 2010 schied er mit 52 Jahren aus dem Dienst.

Bereits seit 2012 war Krämer einfaches Mitglied im Kuratorium der Burgfestspiele. „Ich kenne die Burgfestspiele noch aus ihrer Anfangszeit“, sagt er. Und fügt hinzu: „Das ist schon ein Kleinod.“ Dass die Menschen in der Region das auch so sähen, zeige ja auch der Besucherstrom.

Seine Arbeit als Vorsitzender des Kuratoriums wolle er „im Sinne Günter Biwers weiterführen“. Den habe er während seiner Zeit als Sozialdezernent in Oberursel kennengelernt und auch später habe er gerne mit Biwer zusammengearbeitet.

"Türen öffnen"

„Wir sind keine Oberintendanten“, sagt Krämer zur Aufgabe des Kuratoriums. Was genau aber dessen Aufgabe sei, lasse sich nicht so einfach konkret auf den Punkt bringen. Es gehe eher darum, den Weg zu ebnen, Fördermöglichkeiten auszuloten und Türen zu öffnen.

Das Kuratorium, lobt Intendant Kunzmann, liefere einen „sehr wichtigen Input, den wir für die Weiterentwicklung brauchen“, und verglich es mit einer Denkfabrik wie es sie in Wissenschaft und Politik gibt. Während er bei der täglichen Arbeit sehr zielorientiert arbeite, kämen vom Kuratorium auch immer wieder konstruktive Vorschläge, Ideen oder Hinweise, die dann in die tägliche Arbeit einflössen. Das sei sehr wichtig. Denn wenn sich Veranstalter nicht kontinuierlich weiterentwickelten, zeige sich das sofort an den Besucherzahlen.

„Mit Krämer machen wir einen weiteren Schritt in die Region“, sagte Stöhr bei der Vorstellung von Krämer. Besonders interessant an ihm sei, dass er sich sowohl in der Ministerialbürokratie auskenne und auch einen guten Überblick über kulturelle Initiativen in Hessen habe.

Das Gremium trifft sich meist einmal im Jahr. Eine Präsenzpflicht gibt es nicht. Daneben besteht laut Krämer ein informeller Kontakt zwischen den Mitgliedern. Zusätzlich zu den in der Infobox genannten Mitgliedern gehören ihm Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) Bürgermeister Stöhr und Intendant Kunzmann an.

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