Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Spessart ist holzreich, und Holz liefert Energie. Im Jossgrund setzen sie auf Technik aus Österreich und beim Leitungsbau auf einen örtlichen Unternehmer mit Festpreisbindung. Der 183.000 Euro teure Holzhackschnitzelanlage ist bereits fertig und soll Mitte Mai per Tieflader in den Spessart rollen. Ab Juli ist der Biomassekessel komplett installiert und das 6,6 Kilometer lange Nahwärmenetz größtenteils erstellt, um die Energiewende in Burgjoß einzuleiten.
+
Der Spessart ist holzreich, und Holz liefert Energie. Im Jossgrund setzen sie auf Technik aus Österreich und beim Leitungsbau auf einen örtlichen Unternehmer mit Festpreisbindung. Der 183.000 Euro teure Holzhackschnitzelanlage ist bereits fertig und soll Mitte Mai per Tieflader in den Spessart rollen. Ab Juli ist der Biomassekessel komplett installiert und das 6,6 Kilometer lange Nahwärmenetz größtenteils erstellt, um die Energiewende in Burgjoß einzuleiten.

Biomassekraftwerk für Jossgrund

Burgjoß vor der Energiewende

Das Odenwalddorf Rai-Breitenbach hat nach einem Brand in seinem Kraftwerk große Probleme - doch die Anlage ist mit der nagelneuen in Burgjoß nicht vergleichbar, beruhigt der Genossenschafts-Chef.

Von Jörg Andersson

Klaus Kleespies kommentiert den Fall aus dem Odenwald gelassen. "Das ist nicht vergleichbar, wir haben eine andere Technik und einen anderen Versicherer", sagt der Burgjosser Genossenschaftvorsitzende zu Schlagzeilen aus Rai-Breitenbach, wo nach einem Brand des Biomasseheizkraftwerkes im Oktober der Streit um die Schadensregulierung eskaliert und der Notbetrieb die Wärmepreise hochtreibt.

Im Jossgrund setzen sie auf Technik aus Österreich und beim Leitungsbau auf einen örtlichen Unternehmer mit Festpreisbindung. Der 183.000 Euro teure Holzhackschnitzelanlage ist bereits fertig und soll Mitte Mai per Tieflader in den Spessart rollen. Ab Juli, so schätzt Kleespies (63), ist der Biomassekessel komplett installiert und das 6,6 Kilometer lange Nahwärmenetz größtenteils erstellt, um die Energiewende in Burgjoß einzuleiten.

Rückblende: 2005 hatte Friseurmeister Kleespies im Zuge der Dorferneuerung die Idee, den Ölhahn umzulegen und das 700-Einwohner-Dorf überwiegend mit Holz aus dem Umgebung zu versorgen. Der 2007 gegründeten Genossenschaft haben sich 140 von 180 Haushalten angeschlossen.

Über 300.000 Euro Mitgliedsbeiträge, 300.000 Euro Zuschuss von Land und Kreis sowie ein günstiges Darlehen über 860.000 Euro lieferten die finanziellen Voraussetzungen für ein ökologisches Musterprojekt mit 3,1 Millionen Euro Gesamtkosten.

Burgjoß will 400.000 Liter Heizöl im Jahr sparen

2008 erhielt die Initiative den Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises, aktuell ist Burgjoß der einzige Hessen-Repräsentant für den "Europäischen Dorferneuerungspreis". 400.000 Liter Heizöl oder umgerechnet mehr als 1000 Tonnen Treibhausgas lassen sich jährlich mit der durch Restholz und landwirtschaftliche Biomasse gespeisten 950-kW-Anlage einsparen. Die Holzhackschnitzel könnte das Fortsamt Jossgrund leicht aus der unmittelbaren Nähe liefern.

Einen weiteren Schritt unter dem Motto "Weg vom Öl" haben drei Dorfbewohner unter Regie von Michael Korn mit der Planung einer Biogasanlage vollzogen. Eine 600-kW-Anlage soll Strom für 1200 Haushalte und Wärme für weitere 100 erzeugen, berichtete Michael Korn jüngst Landrat Erich Pipa (SPD). Gras, Mais und Energiegetreide für den Betrieb sollen zwei Dutzend Landwirte mit 360 Hektar Grünland und Ackerfläche beisteuern.

Klaus Kleespies begrüßt die Planungen. Das Biogas könnte zur Grundlast- und Spitzenversorgung des Heizkraftwerks beitragen. Pipa und Dezernent André Kavai (SPD) empfahlen aus Erfahrung mit anderen Biogas-Projekten im Kreis, die Bewohner in den Prozess einzubeziehen. Bei einer Versammlung jüngst rümpften zumindest einige die Nase, weil sie, Gestank und Lärm fürchten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare