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Justizia wacht am Römer in Frankfurt. (Symbolbild)

Prozess

Automatensprenger vor Gericht

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Drei Männer sprengen einen Automaten. Einer der Täter wird dabei schwer verletzt. Seine Komplizen transportieren ihn 120 Kilometer und lassen ihn dann zurück. Der Mann stirbt. Der Prozess wegen versuchten Mordes wird nun wieder aufgerollt.

Wegen versuchten Mordes und einer Sprengstoffexplosion müssen sich ab Montag ein 54-Jähriger und ein 37-Jähriger erneut vor dem Landgericht Hanau verantworten.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, im September 2013 bei Wittighausen (Baden-Württemberg) zusammen mit einem später verstorbenen Komplizen einen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn gesprengt zu haben, um das Geld darin zu stehlen. Durch die Wucht der Explosion wurde der Mittäter von Automatenteilen getroffen und schwer verletzt. Der 54-Jährige und der 37-Jährige sollen den stark blutenden Mann danach mit dem Auto ins 120 Kilometer entfernte Bad Soden-Salmünster gebracht und gegen 3.20 Uhr auf dem Bahnhofsparkplatz abgelegt haben.

Dann sollen sie die Polizei informiert haben und kurz darauf geflüchtet sein. Obwohl die Rettungskräfte schnell eintrafen, verstarb der 47-Jährige wenig später. Mit dem Transport nach Bad Soden-Salmünster wollten die Täter die Automaten-Sprengung kaschieren, so der Vorwurf.

BGH hebt erstes Urteil auf

Die beiden Angeklagten sind bereits im Juli 2014 vom Landgericht unter anderem wegen versuchten Mordes, Auslösen einer Sprengstoffexplosion, Sachbeschädigung und Diebstahls zu sieben und fünf Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen hat einer der Angeklagten Revision eingelegt. In Bezug auf die Verurteilung wegen der Explosion, der Sachbeschädigung und des Diebstahls lehnte der Bundesgerichtshof die Revision ab. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs hätte die Kammer jedoch den „Tötungsvorsatz“ beim versuchten Mord ausführlicher begründen müssen. Deshalb muss das Landgericht nun erneut entscheiden.

Der Prozess beginnt am Montag, 1. August, um 9.30 Uhr in Saal A 215. Bislang sind drei Verhandlungstage angesetzt.

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