ICE-Trasse

BUND fordert Nachbesserung

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Der BUND Hessen "sieht deutlichen Nachbesserungsbedarf bei der weiteren Planung" der ICE-Neubaustrecke von Gelnhausen nach Fulda.

Der BUND Hessen „sieht deutlichen Nachbesserungsbedarf bei der weiteren Planung“  der ICE-Neubaustrecke von Gelnhausen nach Fulda. Die Natur- und Umweltschutzorganisation unterstütze grundsätzlich die Kritik des Main-Kinzig-Kreises an der fehlenden Transparenz der Abwägungsentscheidung, heißt es. Im Juni gab die Bahn bekannt, dass die Streckenvariante IV entlang der Autobahn 66 die Vorzugsvariante sei. Daraufhin ließ der Kreis ein Gutachten erstellen, das der Bahn eine unplausible Entscheidungsfindung attestiert.

„Die von der Bahn favorisierte Linie IV muss im Südabschnitt optimiert und im Nordabschnitt unter den Gesichtspunkten des Lärm- und Umweltschutzes nochmals ergebnisoffen diskutiert werden“, notiert BUND-Vorsitzender Jörg Nitsch. Für den Südabschnitt, der durch den Main-Kinzig-Kreis führt, habe der BUND Lösungen für einen besseren Schutz des Kinzigtals und des Nordspessarts vorgelegt, „die bisher nicht berücksichtigt wurden“. Auch sei eine Alternative zur „Monsterbrücke“ über den Kinzigsee bei Ahl aufgezeigt worden. Laut Nitsch ist für den BUND das Brückenbauwerk aber nicht verhandelbar. Der BUND kündigt „entschiedenen Widerstand“ an, sollte die Bahn an dieser Stelle den Plan nicht revidieren. Die Bahn habe die umweltverträglichere Westumfahrung aus „nicht nachvollziehbaren Lärmschutzargumenten abgelehnt“, und sehe in der siedlungs- und umweltbelastenden Ostumgehung die Alternative. 

In Sachen Lärmschutz kritisiert der BUND auch die isolierte Betrachtung der Bahn. „Auf die Menschen wirken alle Lärmquellen ein“, so Nitsch. Daher müsse die Bahn bei ihren Prognosen Straßen- und Fluglärm auch einbeziehen.

Für dem Nordabschnitt im Landkreis Fulda fordert der BUND einen Lärmschutz etwa durch Einhausung der Ortsdurchfahrten von Neuhof und Kerzell. Entlang der Altstrecke von Kerzell nach Gemünden werde es deutlich lauter werden. Bei der Variante IV müsse der ICE drei zweigleisige Tunnel durchfahren, in denen aus Sicherheitsgründen kein Gegenverkehr mit üblichen Personen- oder Güterzügen stattfinden dürfe. Die vielen künftigen ICE würden somit tagsüber die Güterzüge auf die Altstrecke verdrängen, befürchtet der BUND.

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