Maintal

Bürger:innen wählen Kunstobjekt

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Stadtleitbildgruppe Maintal setzt nach Bischofsheim ihr Projekt in Wachenbuchen fort. Fünf Entwürfe stehen zur Auswahl.

Kunst hat etwas Diktatorisches“, sagte einst der Sänger Marius Müller-Westernhagen in einem Interview. Doch wo die Kunst hinkommt, das kann jedoch ein demokratischer Prozess sein, so geschieht es in Maintal. Kein ausschließliches Votum einer kleinen Jury oder der Wille eines oder mehrerer Sponsoren und letztlich das Kommunalparlament legen fest, mit welchen Objekten öffentliche Plätze bespielt werden - wie es etwa jüngst mit den Wasserbüffeln vor dem Erlenseer Rathaus geschah, was für Unmut sorgte. In Maintal hat hingegen das Volk ein gewichtiges Wort zur Entscheidung mitzureden, so nun auch für die künftige Kunst in Wachenbuchen.

Erstmals fand diese Vorgehensweise vor zwei Jahren statt, mit viel Resonanz bei der Findung eines Objektes für den Platz vor dem Bürgerhaus in Bischofsheim. Ab kommender Woche kann über ein „dreidimensionales Kunstwerk“ für einen Platz im Zentrum von Wachenbuchen abgestimmt werden.

Fünf Arbeiten stehen zur Wahl, an der sich alle Maintaler:innen beteiligen können, betont die Stadt. Standort für das Objekt ist eine ein paar Quadratmeter große Fläche zwischen straßenbegrenzenden Bäumen und dem Biergarten des Bürgerhauses. Es ist eine offenbar gut frequentierte Stelle. Denn „der vorgesehene Standort liegt in der Nähe von Bürgerhaus, Bücherei und dem Willi-Fischer-Haus des Blasorchesters Wachenbuchen, direkt neben dem neuen Biergarten“, heißt es von der Stadt. Mit dem künftigen Kunstobjekt soll der Ort stärker als Treffpunkt charakterisiert werden, heißt es.

Jury sortierte vor

Hinter dem Vorhaben, in den nächsten Jahren in allen vier Stadtteilen ein Kunstobjekt zu installieren, steckt die Stadtleitbildgruppe „Maintal kulturell“. Sie initiierte das Projekt „Förderung von Kunst im öffentlichen Raum“ und erhält vom Kulturbüro der Stadt Unterstützung, etwa bei den Ausschreibungen. Mit dem Vorhaben soll die Identität zu Maintal und seinen Stadtteilen gestärkt werden, heißt es. Daher sind, wie schon in Bischofsheim, auch im mit gut 3400 Einwohnern kleinsten Stadtteil alle Maintaler:innen aufgerufen, sich zu beteiligen.

Laut Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) brachte die im Frühjahr gestartete bundesweite Ausschreibung mehr als 60 Bewerbungen, die nun von einer fünfköpfigen Jury vorsortiert worden sind. Das Gremium war mit Böttcher, dem Kulturbeauftragten der Stadt Jochen Spaeth, den Künstlerinnen Herta Egger und Christine Herkommer sowie Corinna Stein von der Stadtteilleitbildgruppe besetzt. Übriggeblieben sind nunmehr fünf Entwürfe, die auf der Internetseite der Stadt und in Wachenbuchen in einer ehemaligen Bankfiliale in der Raiffeisenstraße besichtigt werden können.

Zur Auswahl stehen eine bunte Baumplastik aus Stahl, eine in Beton abstrahierte Wildsau mit drei Frischlingen, ein skurriles Baumhaus am Boden aus Stahlblech sowie eine Formation aus drei verschieden großen Steinen und ein hüfthoher Zaun, der sich über die Fläche schlängelt. Alle Entwürfe werden mit Titel und Beschreibung aber ohne Nennung der Urheber:innen präsentiert. Nach Abschluss der Abstimmung wird das Ergebnis im Stadtparlament beraten.

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