Hanau

Bürger rüsten auf

  • schließen

Der Kleine Waffenschein ist in Hanau im Januar so oft wie sonst in einem Jahr beantragt worden. Auch im Hanauer Waffengeschäft Franz Bader & Sohn spürt man den Drang zum verstärkten Selbstschutz.

Nach den massiven Übergriffen vor allem auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten rüsten auch die Bürger in Hanau und im übrigen Kreisgebiet auf – zumindest mit Pfefferspray und Schreckschusspistolen. Für Letztere benötigt der Besitzer, wenn er die Waffen außerhalb der eigenen vier Wände oder des eigenen Grundstücks mit sich führen will, den sogenannten Kleinen Waffenschein. Diese Erlaubnis ist bei der Waffenbehörde im Landratsamt zu beantragen.

„Von Jahresbeginn bis jetzt haben wir so viele Anträge vorliegen, wie in früheren Zeiten in einem Jahr“, heißt es von dort auf Anfrage. 184 Anträge sind bei der Kreisbehörde eingegangen.

Auch im Hanauer Waffengeschäft Franz Bader & Sohn spürt man den Drang zum verstärkten Selbstschutz. „Alle Lager der Großhändler sind leergekauft. Die Nachfrage ist seit Silvester enorm“, heißt es dort. Dabei muss der Kunde für eine Schreckschusswaffe zwischen 100 und 200 Euro auf den Ladentisch legen. Im Durchschnitt würden um die 150 Euro investiert.

Als Käufer macht der Inhaber nicht nur Frauen aus, auch Männer kämen vermehrt, um eine Schreckschusswaffe oder ein Pfefferspray zu erwerben. Bei Bader gab es nun wieder eine Lieferung mit Pfefferspray, allerdings eine eingeschränkte. „Normalerweise führen wir 15 verschiedene Typen von Pfefferspray, derzeit können wir dem Kunden aber nur drei zur Auswahl bieten“, heißt es.

Bewohner im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau müssen den Antrag für den Kleinen Waffenschein bei der Waffenbehörde des Landratsamtes in Gelnhausen stellen. Dabei ist es nicht mit dem Ausfüllen eines Formular getan. Der Antragsteller wird auch einer Zuverlässigkeitsüberprüfung unterzogen, hierbei holt die Behörde Auskünfte über die Person beim Hessischen Landeskriminalamtes, aus dem Bundeszentralregister (erweitertes Führungszeugnis) sowie dem staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister und Erziehungsregister ein. Die Gebühr beträgt 50 Euro. Laut Kreisverwaltung dauert die Bearbeitung des Antrags derzeit mindestens drei Monate, weil sie sich bei der Landeskriminalamt so stapeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare