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Linus und Beate Thiel wissen die Stadtteilbücherei in Wachenbuchen zu schätzen.
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Linus und Beate Thiel wissen die Stadtteilbücherei in Wachenbuchen zu schätzen.

Maintal Büchereien

Büchereien im Fokus

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Fragebögen sollen in Maintal Erkenntnisse über die Nutzung der Stadtteilbüchereien bringen. Die Bürgerbefragung läuft noch bis zum 8. November.

Eine Bücherei ist auch ein sozialer Treffpunkt“, sagt Birgit Rabas und fügt hinzu. „Für Wachenbuchen ist der Ort besonders wichtig. Wir haben hier zum Beispiel keinen Arzt und keinen Apotheker mehr.“ Rabas engagiert sich in der Büchereien AG. Sie setzt sich für den Erhalt der Stadtteilbüchereien ein. Wie viele Maintaler hinter ihr stehen, und wie sie sich die Zukunft der Büchereien-Landschaft vorstellen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Noch bis Freitag, 8. November, läuft eine Bürger-Befragung. Sie soll Aufschluss über die Nutzung der vier Bibliotheken in Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen geben. Die Bögen liegen in den Stadtläden, in der Wachenbuchener Filiale der Frankfurter Volksbank und in den vier Büchereien aus. Außerdem lassen sich die Formulare auf der Internetseite der Stadt herunterladen und ausfüllen.

Knapp 20 Fragen und Unterfragen umfasst der Bogen, der von Politik, Verwaltung und Büchereien AG entwickelt wurde. Darunter sind folgende: Welchen Tag und welche Öffnungszeit wünschen Sie sich für Ihren Büchereibesuch? Stellen Sie sich vor, Sie könnten nur einen Standort der Bücherei erhalten! Welcher wäre das? Darüber hinaus gibt es Fragen zum Wohnort, Alter, zur Häufigkeit und Dauer der Besuche, zu Wünschen nach weiteren Angeboten und zum Stellenwert, den die Bücherei für die Befragten hat. Und nicht zuletzt sollen die Bürger Auskunft darüber geben, was bei einer Bücherei wichtig für sie ist: die Erreichbarkeit, die Öffnungszeiten, die angebotenen Medien, die Beratung. Die Ergebnis der Befragung wird die Büchereien-AG dem Parlament vorlegen – zusammen mit einer Empfehlung zur Zukunft der Maintaler Büchereien-Landschaft.

Die Debatte um die Maintaler Büchereien läuft schon lange. Nachdem Parlament und Verwaltung über eine Zentralbibliothek diskutierten, um Geld zu sparen, gab es heftige Proteste gegen eine mögliche Schließung der Büchereien in Hochstadt und Wachenbuchen. Daraufhin haben die Stadtverordneten im Juni 2012 eine Arbeitsgruppe Büchereien ins Leben gerufen. Neben engagierten Bürgern gehören der AG auch Vertreter der Parteien an. Zwischenzeitlich wurde Kritik an der Arbeitsgruppe laut. Die Mitglieder arbeiteten zu langsam und könnten sich nicht einigen, hieß es. Ein externer Moderator wurde eingeschaltet.

Das letzte Wort über die Büchereien wird die Stadtverordnetenversammlung haben. CDU Fraktionschef Markus Heber sagt, seine Partei wolle das Bürgervotum abwarten, sei grundsätzlich aber keine strenge Verfechterin einer Zentralbibliothek. Viele Menschen legten großen Wert auf die Standorte in den Stadtteilen. Ja, die Stadt müsse jede Sparmöglichkeit prüfen und gegebenenfalls nutzen, sagt Heber. Es sei aber fraglich, ob die Stadt mit einer zentralen Bücherei sehr viel sparen könne. Es sei wichtig, so Heger, die AG in Ruhe weiterarbeiten zu lassen und die Fragebögen intensiv auszuwerten.

SPD-Fraktionschef Sebastian Maier sagt ebenfalls, dass das Ergebnis der Befragung bedeutsam sei. „Wenn wir die Bürger beteiligen, müssen wir aus ihrem Votum natürlich auch Konsequenzen ziehen.“ Er sagt aber auch: „Es müssen sich schon genug Bürger beteiligen, und zwar aus allen Stadtteilen.“ Zudem betont Maier, dass es sinnvolle Alternativen für die Stadtteilbüchereien gebe – zum Beispiel könnte die Stadt in den Stadtteilen mit den Schulen kooperieren und dort Bibliotheken einrichten, so Maier. Es komme darauf an, möglichst schnell eine Entscheidung zu treffen: „Wir müssen den Haushalt für 2014 noch in diesem Jahr beschließen, sonst droht Stillstand.“ Außerdem bestehe die Gefahr, „dass uns die Finanzaufsicht Vorgaben in Sachen Büchereien macht – und wir nicht mehr selbst gestalten können“.

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