Bruchkobel

Bruchköbel: 41 Millionen Euro für die Neue Mitte

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Arbeiten für das neue Stadthaus in Bruchköbel haben begonnen. Investor Bonava will das Bürgerhausareal kaufen. Laut Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP) kostet das Vorhaben die Stadt gut 41 Millionen Euro.

Die Stadt Bruchköbel hat sich mit einem Investor über den dritten Bauabschnitt zur Neuen Mitte geeinigt. Das in Fürstenwalde bei Berlin ansässige Unternehmen Bonava will einen Wohn- und Gewerbekomplex an der Stelle bauen, an der jetzt noch das Bürgerhaus steht. Die Architektur soll sich in die des Stadthauses einfügen, mit dessen Bau dieser Tage begonnen wurde. Laut Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP) kostet das Vorhaben die Stadt gut 41 Millionen Euro - nach Abzug von Einnahmen aus Grundstückverkauf und staatlichen Zuschüssen rund 35 Millionen Euro und damit 5,7 Millionen Euro mehr als einst kalkuliert.

Das seit den 1970er Jahren dominierende Rathaus mit seinem hohen grottenartigen Eingang an der Hauptstraße ist bereits seit einem Jahr städtebauliche Geschichte. Ende 2022 soll das Stadthaus an gleicher Stelle eröffnet werden. Dann folgen Abriss und Überbauung des rückseitigen Parkdecks und des Bürgerhauses.

Statt teuer zu sanieren und das mittlerweile zu groß gewordene Rathaus dem heutigen Platzbedarf anzupassen, hatten Magistrat und Stadtparlament 2016 den Bau einer neuen Mitte beschlossen – ganz so, wie es ihre Vorgänger vor 50 Jahren an gleicher Stelle taten, mit der Vision einer rasant wachsenden Kleinstadt.

Diesmal gelten für die politischen Entscheider andere Maßstäbe. Es gilt den planerischen und vor allem den finanziellen Aufwand zu stemmen. Damit beides gelingt, wurde nach dem Vorbild der Nachbarstadt Hanau verfahren und ein wettbewerblicher Dialog initiiert - Kommune und Privatinvestor engagieren sich gleichermaßen.

Neue Mitte mit „Stadtplatz“

Der städtische Teil besteht aus dem Stadthauskomplex mit Rathaus, Familien-, Senioren- und Sozialzentrum sowie Gastronomie und Läden. Ein 600 Quadratmeter großer Veranstaltungssaal soll Ersatz für das Bürgerhaus sein. Laut Braun wird der Saal samt Bühne etwas kleiner ausfallen. Dies sei den Kosten geschuldet. Das Flächendefizit soll für Veranstalter verkraftbar sein, heißt es. Immerhin gehört zur Neuen Mitte auch ein 1100 Quadratmeter großer „Stadtplatz“ samt Bühne mit breiten Stufen zum Krebsbach. Eine Tiefgarage wird Platz für 226 Autos bieten. Anders als zurzeit wird dann das Parken Geld kosten. Das sei ein Streitpunkt gewesen, sagt Bürgermeisterin Braun.

Gestritten wurde aber besonders bei den Baukosten. FDP und Bruchköbeler Bürgerbund (BBB) votierten ob der hohen Kosten gegen das Vorhaben. FDP-Frau Sylvia Braun, die seit April im Amt ist, sagt jetzt dazu: „Wir müssen nun sehen, wie wir es gebacken bekommen.“ Und sie gibt sich skeptisch, ob die Kosten trotz schlüsselfertigem Bauen für Stadthaus und Tiefgarage auf dem bekannten Niveau bleiben. Die bereits eingerechneten Zuschüsse gebe es nur mit „viel Aufwand und weiteren Investitionen“.

Die Schoofs Immobilien GmbH aus Frankfurt wird die Immobilie in der Funktion als Generalunternehmer bauen. Schoofs erstellte etwa 2017 in Hanau das Einkaufszentrum Rondo. In Bruchköbel baut Schoofs auf eigene Rechnung den Lebensmittelmarkt am Stadthaus.

Für den Verkauf des Bürgerhausareals wird die Stadt von Bonava 2,5 Millionen Euro erhalten. Vor der Zustimmung des Stadtparlaments soll Bonava sein Projekt im Bauausschuss vorstellen, so lautet der Stadtverordnetenbeschluss.

Das Nutzungsverhältnis von Wohnen und Gewerbe ist bei 70 zu 30 Anteilen festgeschrieben. Auf Anfrage wollte Bonava keine Details nennen, bevor die politischen Gremien informiert worden sind. Im Rhein-Main-Gebiet ist die Bonava bislang in Dietzenbach, Langen und in Nidderau aktiv. Im Portfolio des Unternehmens stehen Eigentumsimmobilien. In Nidderaus Neuer Mitte etwa verlangt Bonava für eine Wohnung rund 3800 bis 4000 Euro pro Quadratmeter.

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