1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Kinzig-Kreis

Boecker muss gehen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Wiebke Rannenberg

Kommentare

Clemens Boecker.
Clemens Boecker. © Arnold/FR

Stadtwerke-Chef Boecker ist gekündigt und er ist nicht der Erste.

Die Stadtwerke Hanau haben sich von einem ihrer zwei Geschäftsführer getrennt. Clemens Boecker (49) ist nach Angaben der Stadtwerke mit sofortiger Wirkung freigestellt, sein Fünfjahresvertrag auf drei Jahre (bis Ende 2013) verkürzt. Den Kündigungs-Beschluss hatte der Aufsichtsrat der Stadtwerke (SWH) unter Vorsitz von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) getroffen.

Ein Ersatz für Boecker soll nicht gesucht werden, seine Aufgaben soll sein Geschäftsführerkollege Steffen Maiwald übernehmen. Damit werden die SWH nun von einem Chef geführt, der aus den Reihen des starken Minderheitsgesellschafters Mainova kommt. Die Mainova hält rund 47 Prozent an den SWH, bisher hatten beide Gesellschafter jeweils einen Geschäftsführer bestimmt.

Maiwald ist erst seit 15 Monaten im Amt, sein Vorgänger Hans-Rüdiger Wiedem hatte die SWH nach zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

Inoffiziell: Probleme

Auch Boecker hatte den Geschäftsführerposten nur gut zwei Jahre inne, ab dem 1. Januar 2011. Zuvor war der Betriebswirt etwa zwei Jahre lang Leiter einer Abteilung der SWH gewesen.

Als offiziellen Grund für die Trennung von Boecker gibt Aufsichtsratsvorsitzender Kaminsky an, er wolle „wie bei anderen städtischen Gesellschaften auch“ die Geschäftsführung der Stadtwerke verschlanken und so Kosten sparen. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau soll es aber auch viele Probleme zwischen Boecker und Mitarbeitern der SWH gegeben haben.

Boecker ist nicht die erste Führungskraft, von der sich die Stadt trennt. Erst im Dezember hatte die städtische Beteiligungsholding den Vertrag mit Geschäftsführer Michael Schweitzer (55) nicht verlängert. Auch dort wurde der Sparzwang als Grund genannt. Schweitzer war vor zehn Jahren vom Geschäftsführer der Gewerkschaft Verdi direkt in die Chefposition der städtischen Gesellschaft aufgestiegen.

18 Monate zurück liegt die fristlose Kündigung von Carl-Edward Günther, langjähriger Chef der städtischen Baugesellschaft und zuvor SPD-Fraktionsvorsitzender. Offizielle Begründung: Es gebe „dringende Verdachtsmomente“, dass Günther seine Pflichten „mehrfach schwerwiegend verletzt“ habe.

Auch interessant

Kommentare