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Gerhard Kleespies hat das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.
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Gerhard Kleespies hat das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.

Gelnhausen

Bodenständiger Bankier

Keinen einzigen Arbeitsprozess hat Gerhard Kleespies bisher führen müssen. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse leitet eine solide Bank "mit menschlichem Antlitz". Jetzt hat der bescheidene 57-Jährige das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Von Jörg Andersson

Das Bundesverdienstkreuz hat viele Väter, berichtet der Bankier bescheiden. „Ich habe mich an großen Vorbildern orientieren können.“ Dann zählt Gerhard Kleespies Namen auf, die auch in Honoratiorenkreisen nicht jedem geläufig sind: Albert Wolf oder August Steets heißen die Menschen, die der Vorstandsvorsitzende der Gelnhäuser Kreissparkasse bewundert. Keine Finanzexperten oder Politiker von Weltruf. Kleespies schätzt die Tugenden sogenannter kleiner Leute. Vom Sportverein aus Pfaffenhausen, seinem Geburtsort, dem er bodenständig verbunden ist.

Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement scheint vielen im Jossgrund in die Wiege gelegt. Nach dieser Maxime hat Kleespies gehandelt, als der Betreuungsverein Main-Kinzig oder das Behindertenwerk einen Fürsprecher suchten. Um sich dort nach Kräften einzusetzen, hat der 57-Jährige andere Funktionen etwas zurückgestellt und drängt nicht in die erste Reihe, wenn etwa die Sparkassenstiftung kulturelle oder sportliche Verdienste auszeichnet. Bei der IHK hat er als Vizepräsident abgedankt. Dabei war sie es, die ihn für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen hat, weil er sich intensiv für die Berufsausbildung engagierte.

„Wir hatten es früher leicht“, sagt der Geehrte, der 1968 nur wenige Bewerbungen schreiben musste, bevor er „als Stift“ bei der Kreissparkasse begann. „Vergiss nie, wo du herkommst“, hat ihm seine Mutter mit auf den Weg gegeben. Kleespies’ Karriere verlief so reibungslos, dass er nie einen Gedanken an einen Arbeitsplatzwechsel verschwenden musste. 22 Jahre ist er im Vorstand, seit zwölf Jahren als dessen Vorsitzender. Unter ihm hat sich die Kreissparkasse kontinuierlich entwickelt. Zwei Prozent Bilanzsummenwachstum auf 1,23 Milliarden Euro, 2,5 Millionen Euro Gewinn, starke Eigenkapitalquote: das sind Kernzahlen des Finanzinstituts. Kleespies macht noch etwas anderes stolz. Bei 340 Beschäftigten habe er noch keinen Arbeitsprozess führen müssen.

Enttäuschte Erwartungen

Das „menschliche Antlitz“ im Kreditwesen habe auch seinen Preis, sagt Kleespies. „Unsere Zinskonditionen sind mitunter bescheidener, weil wir teamorientiert, weniger aggressiv und risikobewusst operieren.“ Üppige Bonuszahlungen sind im Haus ein Fremdwort. Und doch habe man auch hier gespürt, dass die Vertrauensbasis der Kunden im Zuge der Bankenkrise nachgelassen habe. Manch enttäuschte Erwartung birgt zudem der Geschäftsalltag. Die Immobilienpreise in der Region sind ins Wanken geraten. „Wir finanzieren heute in der Regel nur noch die Hälfte des angegebenen Wertes“, berichtet Kleespies. „Davon ist auch mein eigenes Haus betroffen“, weiß er. Doch Kleespies würde Pfaffenhausen ohnehin nicht verlassen – es sei den mit seiner beim DRK engagierten Frau Theresia zum Ostsee-Urlaub oder Fahrrad-Ausflug ins Altmühltag. Auch dem Sportverein ist der frühere Linksaußen treu. Mittlerweile hat er die Seitenauslinie überschritten und beobachtet Sohn Matthias (27) im Tor.

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