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Der neue BMW i3 der Stadtwerke ist schnell und stark, aber kurzatmig und zum Tanken benötigt er bis zu acht Stunden.

Hanau

Stadtwerke fahren elektrisch

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Erstes E-Auto in Fuhrpark aufgenommen / Beratung zur Elektromobilität möglich.

Künftig werden die Stadtwerke Hanau (SWH) nicht nur bei Stromtarifen, sondern auch zur Elektromobilität beraten. Eine Vision noch, die möglicherweise schon bald Wirklichkeit werden könnte, so die Vorstellung in der Chefetage. Nach den Elektrodienstrollern haben sich die SWH nunmehr einen BMW i3 zugelegt. „Elektrofirmenautos sind noch nicht weit verbreitet, so dass wir uns durchaus als einer der Vorreiter für die Elektromobilität in Hanau sehen“, erläutert SWH-Geschäftsführer Steffen Maiwald.

Der flotte Kleinwagen, der in nur 7,5 Sekunden von Null auf 100 sprintet, ist von den SWH auf zwei Jahre geleast worden. „Zu einem sehr, sehr günstigen Preis“, sagt Maiwald. Das sei entscheidend bei der 2014 getroffenen Fahrzeugwahl gewesen. Denn auf dem Markt gibt es derzeit mindestens vier ähnliche Mitbewerber, von denen drei deutlich unter dem Einstandspreis des BMW i3 mit knapp 35 000 Euro liegen. Über die Leasingrate sagt Maiwald nur: „Die Rate entspricht der eines Mittelklassewagens.“

Restwert kann stark fallen

Die übliche Leasingrate für einen i3 soll laut Angeboten rund 860 Euro betragen. Offenbar ist es der hohe Wertverlust, der die Rate auf das Niveau für einen 7er BMW treibt. Gerhard Fischer, Geschäftsführer der Leasinggesellschaft Leasetrend, sagte vor eineinhalb Jahren zum Verkaufsstart des i3 in der Zeitung Wirtschaftswoche, dass die Ursache in der begrenzten Lebensdauer der teuren Akkus liege.

Ob sich die Batterie im i3 wirklich als wirtschaftlich herausstellt, wie es der Hersteller verspricht, wollen die Hanauer Stadtwerke mit dem Fahrzeug nun selbst herausfinden. Laut Maiwald steht jedoch an erster Stelle die Praxistauglichkeit und ob die „Reichweitenangst“ berechtigt ist. BMW gibt 190 Kilometer pro Ladung an. Trotz aller Euphorie über den Neuzugang im SWH-Fuhrpark geht Maiwald von realistischen 80 bis 100 Kilometer aus.

Die Reichweite hänge vom Fahrstil, der Strecke und von zusätzlichen Verbrauchern wie Licht, Heizung oder Scheibenwischern sowie der Außentemperatur ab. Von diesen Erfahrungen sollen auch unsere Kunden in Form von Beratung rund um dieses innovative Thema profitieren“, stellt sich Maiwald vor. Noch aber fehle es an Erfahrung, sagt der SWH-Chef. Er habe sich deshalb dieser Tage für eine Dienstfahrt nach Frankfurt für ein SWH-Auto mit konventionellem Antrieb entschieden.

E-Autoflotte denkbar

Aber auch 100 Kilometer pro Ladung könnten für ein Firmenauto, dass in der Stadt und im nahen Umland fährt, ausreichen. Der E-BMW wird im Fuhrpark der SWH für alle Beschäftigte bereitgestellt, die für eine Dienstfahrt ein Auto benötigen. Sollte sich der i3 bewähren, sei über den Ausbau einer E-Autoflotte zu entscheiden, heißt es. Vor zehn Jahren hatte ein vergleichbarer Start bei Erdgasautos zur Folge, dass die Stadtwerke heute über neun Erdgas- Dienstautos verfügen.

Warum sich die SWH-Führung just für den BMW i3 und nicht etwa für einen Renault Zoe oder VW E-Up ausgesprochen hat, soll nicht nur am Leasingangebot gelegen haben. „Die Entscheidung fiel auf den i3, weil der schon ein Hingucker ist“, sagt Maiwald. Mit dem Wagen wollen die Stadtwerke auch für sich als umweltfreundliches Unternehmen werben. „Dieses Firmenauto ist ein ökologisches Vorbild, denn es produziert keinerlei Kohlendioxid“, sagt Maiwald. Daher soll in die Batterien des i3 auch nur Öko-Strom fließen.

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