Die Konstruktion des Kunstwerks fasziniert.
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Die Konstruktion des Kunstwerks fasziniert.

Johanneskirche Kunstinstallation

Den Blick auf die Dinge ändern

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Eigene Kunstinstallation zum Toleranz-Jahr in der Johanneskirche.

Dieses Kunstwerk scheint wie gemacht für die Johanneskirche – und ist es auch: Eigens für das Hanauer Gotteshaus der lutherischen Gemeinde hat die Künstlerin Christiane Grimm aus Heidelberg ihr Werk „Der zweite Blick“ geschaffen: Es ist ein mehrere Meter hohes Objekt aus Plexiglas und Aluminium, das zwischen drei Säulen von der Decke hängt und in seinen geometrischen Formen das Wanddekor der im typisch schlichten Stil der 50er Jahre erbauten Kirche aufnimmt.

Doch das außergewöhnliche Werk ist weit mehr als nur ein dekoratives Kunstexponat, das den Raum schmückt. Es soll dazu einladen, den Blick auf die Dinge zu relativieren, wenn nicht gar zu ändern. Christiane Grimm ist studierte Architektin, spezialisiert auf Kunst am Bau und auf das Kreieren von Glasfenstern für Kirchen. Sie hatte von der Ausstellungsreihe „Kunst in der Kirche“ in der evangelischen Johanneskirche Hanau gehört und Pfarrerin Margit Zahn deshalb gezielt angesprochen. Gemeinsam konzipierten die beiden Frauen daraufhin die neue Präsentation.

Die Schau, die am Sonntag im Gottesdienst in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet wird, soll gleichzeitig ein Beitrag zum Themenjahr „Ich sehe Dich – Toleranz leben“ des evangelischen Kirchenkreises Hanau sein. Margit Zahn veranstaltet damit bereits zum 27. Mal eine Ausstellung in ihrer Kirche, eine Besonderheit ihrer Gemeinde, die von sehr vielen Gottesdienstbesuchern geschätzt wird, wie die Pfarrerin betont.

„Der zweite Blick“ schwebt links neben dem Altar im Raum. Das Kunstwerk besteht aus drei locker im Dreieck gehängten hochformatigen, meist milchigen Scheiben, die in sich geometrisch unterteilt und durch unterschiedliche Strukturen geprägt sind. Eine interessante und einnehmende Wirkung erzielen die raffiniert angeordneten Längs- und Querschraffuren im Plexiglas und die Kombination des transparenten Materials mit undurchsichtigem Aluminium.

Eine schmale Lichtröhre hinter der vorderen Scheibe verleiht dem im unbeleuchteten Zustand schlichten Kunstwerk einen schillernden, leicht geheimnisvollen Charakter. Zusätzliche Wirkung erzielen die Sonnenstrahlen, so sie denn durch die Fenster von oben scheinen, aber auch die Lampen im Kirchenraum. „Man muss genau hinsehen, um zu erkennen, dem zweiten Blick viel Qualität zumessen. Das ist auch eine wichtige Voraussetzung für Toleranz“, sagt Pfarrerin Margit Zahn. Wie immer in der Johanneskirche dürfen die Besucherinnen und Besucher das Kunstwerk auch persönlich betreten und damit hautnah erleben.

Die Ausstellung „Der zweite Blick“ wird am Sonntag, 24. Februar, um 10.30 Uhr im Gottesdienst in der Johanneskirche an der Frankfurter Landstraße eröffnet. Geiger Theo Ruppert gestaltet den Gottesdienst musikalisch, anschließend können die Besucher mit der Künstlerin über ihr Werk reden. Die Schau ist bis nach Ostern zu sehen, außerhalb der Gottesdienste donnerstags von 14 bis 15.30 Uhr und freitags von 10 bis 11.30 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 06181/85464 oder per E-Mail an Margit.Zahn@ekkw.de.

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