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Bezaubernde Benefizgala

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Zwei prominente Ex-Holaner huldigen ihrem Lehrer: Die Schauspieler  Rolf Kanies (links) und Dominic Raacke.
Zwei prominente Ex-Holaner huldigen ihrem Lehrer: Die Schauspieler Rolf Kanies (links) und Dominic Raacke. © Monika Müller

Mit einem fulminanten Theaterabend ehren Schüler und Ehemalige der Hohen Landesschule ihren Regisseur Erland Schneck-Holze. Nachfolger Andreas Kühnel hat schon viele neue Ideen für das Projekt.

Von Christoph Süß

Ziemlich großes Welttheater“ hatte Regisseur Benjamin Baumann für den Samstagabend im Comoedienhaus versprochen – bei mehreren Profi-Schauspielern war dies auch zu erwarten. Herausgekommen ist dabei eine bezaubernde Gala-Nacht, die zum vorweggenommenen Abschied für Erland Schneck-Holze geriet – den Mann, der die Inszenierungen der Hohen Landesschule zu einer Institution gemacht hat.

Das kleine Haus im Staatspark platzte aus allen Nähten, so dass Deutschlehrer Schneck mit einem Platz links außen in der Loge Vorlieb nehmen musste. Was er dort in über zwei Stunden geboten bekam, führte nicht nur bei ihm selbst zu Tränen der Heiterkeit und der Rührung. Das Publikum amüsierte sich prächtig bei der Talk-Revue der ehemaligen Schneck-Schüler, die der Journalist Andreas Hieke moderierte.

Unumstrittener Höhepunkt war der Auftritt von Christian Klein als Schneck-Holze. Was dieser mit mehreren Holanern zum Besten gab, ließ kein Auge trocken und erlaubte selbst dem nicht Eingeweihten, sich ein Bild von der anstrengenden Arbeit mit dem Dramaturgen und Intendanten in einer Person zu machen.Mal chaotisch-hektisch-unbeherrscht, im nächsten Moment reumütig-besorgt um seine „Kinners“ und ganz der liebevolle Pädagoge, mimte Klein den Lehrer, der sich vor Lachen kaum auf seinen Stuhl halten konnte. Als mit „Blut, Schweiß und Tränen“ verbunden hatte der Förderverein vor Beginn das Projekt beschrieben.

33 Jahre Schneck-Holze

Ganze Generationen von Schülern seien in 33 Jahren durch „Schnecksche Hände“ gegangen. Trotz mancher Knüppel, die ihm die Schulleitung in den Weg legte, hat er es jedes Jahr geschafft, eine Inszenierung auf die Bretter zu bringen. Meist widmete er sich klassischen Stücken, die monumentale Ausmaße annahmen. Doch für solche Auftritte fehlen die Mittel.

Schneck-Holzes Nachfolger Andreas Kühnel, ebenfalls Holaner und am Samstag vor allem gefühlvoller Pianist, will so manches anders machen. „Jeder Abschied ist auch ein Anfang“, sagte er. So sei ein eigenes Fach für Darstellendes Spiel an der Hola in Planung. Angesprochen auf das Erbe, das er antritt, gab er sich zurückhaltend. „Schneck ist länger an der Schule, als ich auf der Welt bin“, sagte er. An den Moment des Abschieds von seinem Mentor will er noch nicht denken.

Tatort-Kommissar Raacke mit dabei

Derzeit proben sie für die 34. Auflage den „Sturm“ von Shakespeare. Damit das Stück im teuren Congress Park aufgeführt werden kann, hatten die Frauen von Soroptimist – einer internationalen Organisation, in der sich beruflich erfolgreiche Frauen für wohltätige Zwecke einsetzen – die Gala in Wilhelmsbad organisiert. Sponsoren zahlten die Miete, die Einnahmen kommen dem Förderverein zugute. Galeristin Ursula König hätte laut eigener Aussage ein Vielfaches der Karten verkaufen können.

Der Berliner Tatort-Kommissar Dominic Raacke und der Rodenbacher Charakter-Darsteller Rolf Kanies waren an dem Abend nur ein kleiner Teil des Ganzen. Daneben gab sich ein Who’s who der Hanauer Amateur-Schauspielszene ein Stelldichein. „Ich bin heute nur Gast“, hatte Erland Schneck-Holze vor Beginn der Show noch gesagt. Am Ende ließ auch er es sich nicht nehmen, einige Passagen aus seinen geliebten deutschen Klassikern von Goethe und Schiller zum Besten zu geben.

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