Das alte Bahnhofsgebäude von Heldenbergen.
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Das alte Bahnhofsgebäude von Heldenbergen.

Nidderau

Bahnhöfe sind verkauft

Ein weiterer Nidderauer Bahnhof ist an den Mann gekommen: Der Heldenberger Bahnhof ist versteigert. Wer ihn erworben hat, ist noch unklar. Die Stadt will die Ladestraße am Bahnhof Eichen erwerben.

Zum Ersten, zum Zweiten und . . . Dritten, und weg ist er, der Heldenberger Bahnhof. Wer am vergangenen Samstag in Köln das mehr als 100 Jahre alte und heruntergekommene Gebäude ersteigert hat, wollte Janina Klein von der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG nicht verraten. Auf Anfrage sagte die Auktionatorin nur, der neue Besitzer komme aus der Region. Über die Pläne des Investors konnte Klein nichts berichten. Überraschen lassen muss sich auch die Stadt Nidderau.

Vor fünf Jahren fühlte die Kommune bei der Bahn AG vor, um das Gelände und das stattliche Bahnhofsgebäude mit drei Wohnungen und einer Gaststätte zu erwerben. Für das denkmalgeschützte Haus im prächtigen neobarocken Stil verlangte die Immobilientochter der Bahn damals noch mehr als 100.000 Euro. Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) nannte diese Preisvorstellung ein „Fass ohne Boden“.

Hammer fiel bei 55.000 Euro

Mittlerweile ist die Bahn auf den Boden der Realität zurückgeholt worden. In der Auktion ist das Gebäude mit 27.000 Euro aufgerufen worden. Bei 55.000 Euro fiel der Hammer. Die Auktion war das letzte Mittel der DB Immobilien, erläutert ein Pressesprecher der Bahn. Inserate in verschiedenen Medien und eine Offerte an die Stadt seien vorangegangen.
„Von dem Angebot konnte Nidderau keinen Gebrauch machen, weil es hierzu keinen Beschluss der Stadtverordneten gibt“, sagt Erste Stadträtin Monika Sperzel (SPD) auf Anfrage. Bei der gegenwärtigen Haushaltslage zeigt die Rathausspitze auch wenig Interesse, sich eine stark sanierungsbedürftige Immobilie ans Bein zu binden, für die sie selbst eigentlich keine Verwendung hat.

Der neue Besitzer ist der Stadt nicht bekannt. Laut Sperzel liegt keine Anfrage hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten vor. Wohnen und Gewerbe wären erlaubt, letzteres jedoch mit Einschränkungen. Ein Rotlichtlokal oder ein Spielsalon haben keine Chance auf eine Genehmigung, betont Sperzel. Pläne für eine herkömmliche Gaststätte könnten mangels Parkplätzen an den behördlichen Auflagen scheitern.

Stadt will P+R ausbauen

Der Nebel um die Zukunft des denkmalgeschützten Bahnhofs Eichen scheint sich hingegen zu lichten. Das Gebäude ist dieser Tage von der DB Immobilien verkauft worden, heißt es. Ein Velohändler mit seiner Werkstatt soll dort einziehen.

Die Ladestraße am Bahnhof Eichen will die Stadt seit 2008 erwerben. Ein Beschluss der Stadtverordneten liegt vor. Dort stellen knapp 40 Pendler ihre Autos ab. „Wir würden die Fläche zu einem richtigen Park-and-ride-Platz umgestalten“, sagt Sperzel. Ein Kaufangebot für die gut 3000 Quadratmeter liegt mit 48.500 Euro vor, teilt Rathauschef Schultheiß mit. Zurzeit wird geprüft, welche Zuschüsse die Stadt für den Kauf und die Umgestaltung erhält, zumal die Bahn in erster Linie von einer Aufwertung profitiert, notiert Gerhard Schultheiß.

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