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Weil die Züge in Richtung Frankfurt oft überfüllt und verspätet sind, fordert das Bündnis die Nordmainische S-Bahn.
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Weil die Züge in Richtung Frankfurt oft überfüllt und verspätet sind, fordert das Bündnis die Nordmainische S-Bahn.

Main-Kinzig ÖPNV

Bahn schlägt Auto

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Das Bündnis für Nordmainische S-Bahn testet die Strecke Hanau-Maintal-Frankfurt mit Bahn und Auto. Das Wettrennen gewinnt ganz klar die Bahn.

Dreieinhalb Minuten. So groß war der Vorsprung der Bahn gegenüber dem Auto am Mittwochmorgen. Das Wettrennen startete um acht Uhr am Hauptbahnhof in Hanau und endete am Börsenplatz in Frankfurt. Die Bahnreisenden fuhren über Maintal und stiegen im Frankfurter Ostbahnhof von der Regional- in die U-Bahn um. Die Autofahrer nahmen die A 66 und gelangten unter anderem über die Borsigallee ans Ziel. Bei der Generalprobe am Tag zuvor hatte die Bahn nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern noch zehn Minuten Rückstand gehabt.

Mit dem Rennen wollte das Aktionsbündnis „Wir wollen die Nordmainische S-Bahn“, zu dem die IHK gehört, ihrer Forderung Nachdruck verleihen. „Das Ergebnis spricht eindeutig für den S-Bahn-Bau“, sagt IHK-Präsident Norbert Reichhold. 15 Politiker beteiligten sich an der Aktion, darunter die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig (Linke), die Landtagsabgeordneten Hugo Klein (CDU) und Alexander Noll (FDP), die Bundestagskandidaten Katja Leikert (CDU) und Andreas Müller (Linke), die Landtagskandidaten Christoph Degen und Sebastian Maier (beide SPD) sowie die Hanauer Stadträte Andreas Kowol (Die Grünen) und Axel Weiss-Thiel (SPD).

Kritik an Bahnhöfen

„In Konferenzsälen kann man viel reden. Wirklichkeitstests haben eine andere Qualität. Deshalb haben wir zum Rennen aufgerufen“, sagt IHK-Sprecher Achim Knips. Dass das Auto trotz Sommerferien – und damit weniger Pendlerverkehr – langsamer war, zeige, wie sehr die Region die Nordmainische S-Bahn brauche. Außerhalb der Ferien müssten sowohl die Pendler als auch der Gütertransport längere Staus in Kauf nehmen. Die Bahnfahrer wiederum hätten mit überfüllten Zügen zu kämpfen, so Knips. „Und selbst an diesem Ferientag gab es nur noch am Zuganfang und -ende mehrere freie Plätze.“ In der Frankfurter IHK wies deren Geschäftsführer Matthias Gräßle die Teilnehmer des Rennens darauf hin, dass die Züge am Nachmittag viel häufiger ausfielen als am Morgen. Das sei für viele Pendler ein Problem, die ihre Kinder aus der Kita abholen müssten.

Stadtrat Kowol, in Hanau unter anderem zuständig für Verkehr, betont: „Es darf auch nicht sein, dass man mit der Bahn für eine so kurze Distanz etwa 45 Minuten braucht.“ In der Diskussion um die Nordmainische S-Bahn gebe es eine sehr seltene Situation: „Wie die Beteiligung am Rennen gezeigt hat, ziehen hier alle Parteien an einem Strang.“ Die meisten Infrastruktur-Projekte seien sehr umstritten. Umso unverständlicher sei es, dass die S-Bahn, die schon seit 25 Jahren gefordert wird, noch nicht existiert. Zumal, so Kowol, „lediglich 60 Millionen Euro fehlen und in den Straßenbau viel mehr investiert wird“. Kowol bemängelt zudem den Zustand der Bahnhöfe: „Die Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz werden viel besser gepflegt. Das deutet darauf hin, dass die Mittel in Hessen nicht richtig kanalisiert werden.“ Um den Bau der S-Bahn weiter voranzutreiben, will Kowol verstärkt mit seinem Frankfurter Amtskollegen zusammenarbeiten, dem Verkehrsdezernenten Stefan Majer (Grüne).

Vor dem Rennen hatten Aussagen des IHK-Präsidenten für Aufregung gesorgt. Reichhold kritisierte, dass die CDU- und FDP-Kandidaten das S-Bahn-Projekt nicht genug unterstützten. Katja Leikert wehrt sich: „Wir legen nicht weniger Initiative an den Tag.“ Gleichzeitig fordert Leikert, den Bau „nicht ohne Wenn und Aber“ zu planen, „die Studienergebnisse, die noch ausstehen, zu berücksichtigen“ und „die Bürger am Thema zu beteiligen“.

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