Main-Kinzig-Kreis

Autoaufbrüche auf Bestellung

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Organisierte Profis bauen in Sekundenschnelle Teile aus Fahrzeugen aus.

Weißes Audi-Coupé in der Nacht zum Mittwoch aus aus einem am Käthe-Kollwitz-Ring in Bruchköbel gestohlen: Eine aktuelle Polizeimeldung von gestern und eine von vielen. Denn neben organisierten Haus- und Wohnungseinbrecherbanden sind auch Autoknacker und -diebe unterwegs, die „auf Bestellung“ arbeiten.

Vorwiegend haben sie hochwertige Autos der Marken Mercedes, BMW und Audi im Visier, wie erst vor wenigen Tagen in Erlensee. Es werden in Sekundenschnelle Navigationsgeräte, Mittelkonsolen, Airbags und Lenkräder ausgebaut. „Da geht bei einem Unfall der Airbag auf und ein neuer ist teuer“, erklärt Rudi Neu, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Den Ermittlern sagt das: Man hat es mit versierten Profis zu tun, die ihr Handwerk verstehen.

Autoknacker sind nach Erkenntnissen der Polizei grundsätzlich Mehrfachtäter, die in kürzester Zeit Straftaten im Dutzend begehen. Nach Festnahmen habe sich nicht selten gezeigt, dass sie aus dem Baltikum stammten und offenbar nur eingereist waren, um die Straftaten zu begehen.

„Das erleichtert nicht gerade unsere Ermittlungen gegen Auftraggeber und mögliche Hintermänner“, sagt Neu. Ebenso wie organisierte Einbrecher bevorzugen die Täter nach den Erkenntnissen verkehrsgünstig gelegene Gegenden, etwa entlang der A 66 und A 45: Schnell zuschlagen, schnell verschwinden. In Fünf-Kilometer-Streifen rechts und links der Autobahnen gebe es erfahrungsgemäß die meisten Ein- und Autoaufbrüche, so die Polizei.

Einheimische Autoknacker hätten es dagegen eher auf die in geparkten Autos immer wieder sichtbar herumliegenden Wertsachen abgesehen.

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