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Anzeige gegen Prügel-Priester

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Die Debatte um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche veranlasst FR-Leser Hans K., mit einer Erinnerung aus der Schulzeit an die Öffentlichkeit zu gehen, die ihn schon jahrzehntelang belastet. Er hat seinen früheren Religionslehrer an der Klein-Auheimer Friedrich-Ebert-Schule bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Nicht um sexuellen Missbrauch gehe es dabei, sondern um "schwerste körperliche Gewalt gegen Kinder". (Symbolbild)
Die Debatte um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche veranlasst FR-Leser Hans K., mit einer Erinnerung aus der Schulzeit an die Öffentlichkeit zu gehen, die ihn schon jahrzehntelang belastet. Er hat seinen früheren Religionslehrer an der Klein-Auheimer Friedrich-Ebert-Schule bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Nicht um sexuellen Missbrauch gehe es dabei, sondern um "schwerste körperliche Gewalt gegen Kinder". (Symbolbild) © dpa

Handfeste Argumente im Religionsunterricht an der Friedrich-Ebert-Schule - daran erinnert sich FR-Leser Hans K. noch nach Jahrzehnten mit Schrecken. Er hat seinen früheren Religionslehrer jetzt angezeigt.

Von Alexander Polaschek

Die Debatte um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche veranlasst FR-Leser Hans K., mit einer Erinnerung aus der Schulzeit an die Öffentlichkeit zu gehen, die ihn schon jahrzehntelang belastet.

Er hat seinen früheren Religionslehrer an der Klein-Auheimer Friedrich-Ebert-Schule bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Nicht um sexuellen Missbrauch gehe es dabei, sondern um "schwerste körperliche Gewalt gegen Kinder". Der Mann, zugleich Ortspfarrer, habe brutal zugeschlagen, wenn Schüler nicht seiner Meinung gewesen seien.

Ein Fall blieb K. besonders im Gedächtnis: "Er gab einem Mädchen eine Ohrfeige, dass der Kopf zur Seite flog. Ich habe mich eingemischt und gesagt, dass es verboten ist, Kinder zu schlagen. Da hat er mir auch eine gelangt, dass die ganze Gesichtshälfte angeschwollen ist und gesagt: So, jetzt kannst Du mich anzeigen." Anfang der 60er Jahre war das. Doch auch viele Jahre später habe es das immer wieder gegeben. "Beschwerden wurden vertuscht."

Die Kinder "durften" wählen: Strafarbeit oder Ohrfeige

Der Priester, bis 1992 im Dienst und heute über 80, leugnet die handgreifliche Erziehungsmethode nicht: "Ich habe die Leute vor die Wahl gestellt: Strafarbeit oder Ohrfeige. Die meisten wollten die Ohrfeige", sagt er der Frankfurter Rundschau und fügt hinzu: "Die war schon nicht gestreichelt, das gebe ich zu."

Doch es sei damals "allgemein üblich" gewesen, unfolgsamen Schülern "eine zu schmieren". Einmal allerdings sei er an den Sohn eines Politikers geraten: "Ich wurde danach ins Regierungspräsidium nach Darmstadt zitiert und in den Senkel gestellt."

Mehr wird vermutlich wegen Verjährung auch nicht mehr passieren, selbst wenn jetzt Staatsanwalt und Schulamt ermitteln.

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