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Thomas Maurer setzt sich in der Partei Die Linke für Ökologie ein.
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Thomas Maurer setzt sich in der Partei Die Linke für Ökologie ein.

Landtagswahl - Wahlkreis Main-Kinzig I

Der Analytiker

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Thomas Maurer von der Partei Die Linke steht für ein wirtschaftsdemokratisches Modell. Seinen ökologischen Anspruch aus seiner grünen Vergangenheit hat er beibehalten. Ohne einen sicheren Listenplatz strebt er als Neuling in den Landtag.

Die Bäume sind schon wieder etwas gewachsen“, kommentiert Thomas Maurer den Blick gen Frankfurt. Die Spitzen der Hochhaus-Skyline sind aber noch über den Wipfeln zu sehen. Maurer zieht es oft auf die höchste Stelle des Oberrodenbacher Wingerts. Die Aussicht lässt ihn durchatmen. Auch die Bankentürme gefallen dem Linken. „Was gefällt uns an Versaille? Ludwig XIV, der absolutistische Herrscher“, sagt er. Thomas Maurer kandidiert für den Landtag, auch um das Vermögen ein bisschen zu verteilen. Und das Kohlekraftwerk Staudinger will er zu einem Auslaufmodell der hessischen Energiewirtschaft machen.

Der 54-Jährige spricht über Politik nachdenklich, wählt die Worte sorgsam, Krawall- oder Phrasenretorik scheinen ihm fremd zu sein. Früher saß er für die Grünen im Gemeindeparlament. Doch als die Grünen in Berlin zu sehr von ihrer ideologischen Linie abgekommen waren, folgte er nicht. „Erst die Zustimmung zum Eintritt in den Kosovo-Krieg, dann die Zustimmung zur Riester-Rente.“

„Ich habe meine Meinung weniger gewechselt als die Grünen“, erklärt er seine Entscheidung, 2006 der Vorgängerorganisation der Linken, der PDS, beizutreten. Damals sei die Fusion der PDS mit der westdeutschen WASG zur Die Linke absehbar gewesen. Berührungsängste zur SED-Nachfolgerin verspürte er nicht: „Im Main-Kinzig-Kreis war ja keiner aus der ehemaligen DDR Mitglied in der PDS.“ Und dann sei da noch der einstige SPD-Spitzenpolitiker Oskar Lafontaine als Frontmann der Linken gewesen. Noch einer, der dem neuen Kurs seiner Partei nicht mehr folgen wollte.

Maurer, der in Büdingen geboren ist und seit vielen Jahren in Rodenbach mit Frau und zwei Kindern lebt, erhebt mit seiner Politik einem „reform-ökologischen Anspruch“. Seine grüne Vergangenheit habe er nicht abgelegt und damit der Linkspartei im Kreis eine neue Komponente beigefügt, erläutert er. Ökologie läuft nicht konträr zu einem „wirtschaftsdemokratischen Modell“, sagt der promovierte Politikwissenschaftler. „Marx stellte fest, der Kapitalismus untergräbt beide: Mensch und Natur.“

Um die ökologische Wende zu schaffen, braucht es Geld, so Thomas Maurer. Es sei widersinnig, erneuerbare Energien immer mehr zu verteuern, um die Kosten aufzufangen. Stattdessen fordert er eine Vermögenssteuer, die unter anderem im Umweltschutz wirkt.

„Wirtschaftlichem Wachstum muss zum Wohl der Menschen auch Grenzen gesetzt werden“, sagt er und zeigt nach oben, wo der Lärm eines vierstrahligen Jets das Gespräch überdeckt. „Fluglärm tötet, da darf der Staat nicht zugucken.“ Dass das Rhein-Main-Gebiet allein mit einem immer größer werdenden Flughafen prosperieren kann, hält er für eine Mär. „Was ist mit Stuttgart? Dort gibt es kein schlechteres Wachstum als im Großraum Frankfurt“, vergleicht Maurer, der einst in der Bewegung gegen die Startbahn-West protestierte.

Die Kandidatur zur Landtagswahl trifft ihn mit doppelter Belastung. Zum einen ist er bis zum Wahltermin am 22. September in eigener Sache unterwegs, zum anderen managt er den Wahlkampf der Linken im Main-Kinzig-Kreis. Dazu gehören das Plakatieren und zahlreiche Termine. Über einen sicheren Listenplatz verfügt Maurer nicht.

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