"In New Argonner herrscht Goldgräberstimmung", sagt Martin Bieberle. Der Leiter des Fachbereichs für Stadtentwicklung und Bürgerservice im Rathaus umschreibt damit die große Nachfrage, die nach den Immobilien auf den früheren US-Militärflächen in Wolfgang herrscht. Unser Bild zeigt Interessenten bei einer besichtigungstour durch die Anlage.
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"In New Argonner herrscht Goldgräberstimmung", sagt Martin Bieberle. Der Leiter des Fachbereichs für Stadtentwicklung und Bürgerservice im Rathaus umschreibt damit die große Nachfrage, die nach den Immobilien auf den früheren US-Militärflächen in Wolfgang herrscht. Unser Bild zeigt Interessenten bei einer besichtigungstour durch die Anlage.

Hanauer Kasernen

Ansturm auf US-Häuser

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Der Verkauf der Immobilien in den ehemaligen Hanauer Army-Kasernen läuft hervorragend. Kein Wunder: So große Grundstücke findet man im Rhein-Gebiet nur wenige. Von Pamela Dörhöfer

"In New Argonner herrscht Goldgräberstimmung", sagt Martin Bieberle. Der Leiter des Fachbereichs für Stadtentwicklung und Bürgerservice im Rathaus umschreibt damit die große Nachfrage, die nach den Immobilien auf den früheren US-Militärflächen in Wolfgang herrscht.

So seien sämtliche der 20 Offiziershäuschen bereits reserviert gewesen, "kurz nachdem sie auf den Markt gekommen sind". Die Bauten im US-amerikanischen Stil werden lediglich renoviert, ihr typisches Flair soll erhalten bleiben.

An den Blocks bestehe ebenfalls großes Interesse, sagt Bieberle. Die großzügig geschnittenen Wohnungen werden saniert und die Fassaden nach Plänen des Hanauer Architekten Klaus Heim herausgeputzt. Die Satteldächer verschwinden zugunsten schicker Penthäuser, vorgebaute Balkone geben zusätzlich einen modernen Anstrich, so dass die vorher biederen Häuser im Entwurf kaum wiederzuerkennen sind.

Ein Teil der Wohnungen soll verkauft, ein Teil vermietet werden. Auch zehn der 50 Grundstücke, auf denen Einfamilienhäusern entstehen sollen, sind bereits reserviert. Insgesamt kommen 355 Wohneinheiten in New Argonner auf den Markt.

Das Grün und die großen Grundstücke lockt Interessenten

Warum die Resonanz so groß ist? Bieberle geht davon aus, dass vor allem die weit auseinander liegende Bebauung mit viel Grün dazwischen lockt. Zudem sei die Größe der Grundstücke, zwischen 600 und 1500 Quadratmeter, "im Rhein-Main-Gebiet einmalig". Ein zusätzlicher Anreiz könnte die Aussicht darstellen, in ein Sanierungsgebiet zu investieren.

"Wer dort kauft, kann in besonderer Weise abschreiben, ähnlich wie bei denkmalgeschützten Häusern", erklärt Bieberle. Der Hanauer Investor Albrecht Krebs, der das Areal von New Argonner 2009 erworben hat, rechnet damit, dass schon im April "die ersten Bagger anrollen".

Noch in diesem Jahr wird zudem das benachbarte Gelände der ehemaligen Old-Argonner-Kaserne auf den Markt kommen. Dort sind ebenfalls Wohnungen vorgesehen, wobei die alten Gebäude der Wehrmacht aus den 20er Jahren auf jeden Fall erhalten bleiben sollen.

Auch bei der Vermarktung der Großauheim-Kaserne tut sich etwas: Ein Unternehmen aus der Lebensmittelbranche hat Interesse, sich dort mit einem Logistikzentrum anzusiedeln. Vor einer definitiven Entscheidung erfolgen allerdings noch Untersuchungen zum Lärm- und Wasserschutz sowie zur Verkehrsanbindung.

Für die frühere Pioneer-Kaserne in Wolfgang gibt es zwei Szenarien: Wohnungen und Büros für Dienstleister oder ein Gewerbepark. Weil das alles enorme Auswirkungen auf das Leben und die Struktur in Hanau haben wird, soll der Frankfurter Architekt Albert Speer die künftigen Nutzungen im Areal der ehemaligen Kasernen und die Wechselwirkungen mit der Innenstadt nun in einem "Masterplan" untersuchen.

"Ein komplett neuer Stadtteil wird entstehen, für sich schon größer als das heutige Wolfgang ", sagt Bieberle. Derlei Argumente haben seinen Worten zufolge auch den Regierungspräsidenten überzeugt, als die Verantwortlichen der Stadt dort wegen ihres Haushalts vorstellig waren: Die erwarteten Einnahmen aus der Einkommens- und Gewerbesteuer der neuen Bürger und Firmen sollen helfen, die prekäre Situation der städtischen Finanzen zu entschärfen.

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