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Das Wohngeldgesetz ist 35 Jahre alt. Mittlerweile haben sich viele Aspekte in der Lebenswirklichkeit der Wohngeldbezieher verändert.
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Das Wohngeldgesetz ist 35 Jahre alt. Mittlerweile haben sich viele Aspekte in der Lebenswirklichkeit der Wohngeldbezieher verändert.

Main-Kinzig Miete

Ärger mit der Miete für Wohngeldberechtigte

  • Jochen Dietz
    VonJochen Dietz
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Wieder meldet sich jemand zu Wort, der Ärger mit der staatlichen finanziellen Hilfe zum Wohnen hat. Jedoch nicht als Wohngeld beziehender Mieter oder als

Wieder meldet sich jemand zu Wort, der Ärger mit der staatlichen finanziellen Hilfe zum Wohnen hat. Jedoch nicht als Wohngeld beziehender Mieter oder als sich dafür einsetzender gesetzlicher Betreuer, sondern als Vermieter. „Theater am laufenden Meter“ hat Jörg Dreinhöfer. Er vermietet an Bezieher von Wohngeld die beiden Wohnungen seines ehemaliges Elternhauses in Brachtal-Hellstein.

Die Mietzahlungen gingen vom Kommunalen Center für Arbeit direkt auf sein Konto, berichtet er. Das sei auch so ausgemacht. Oder auch nicht. Schräge, krumme für ihn nicht nachvollziehbare Beträge gingen da ein, mal zu wenig mal zu viel, meistens zu wenig. Und das seit Jahren. 12.000 Euro Mietrückstände seiner beiden Mietparteien hätten sich dadurch inzwischen angehäuft. „Da kommen Summen, die ich nicht zuordnen kann. Ich blicke da gar nicht mehr durch.“

Er wolle aber auch nicht gegen seine Mieter vorgehen, gegen sie vollstrecken lassen oder sie gar vor die Tür setzen. Im Gegenteil: Er gibt seinen Mietern, Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen, nicht die Schuld. „Da gibt es wohl einiges, das falsch läuft und im Argen liegt“, mutmaßt Dreinhöfer. So müssten seine Mieter beim Jobcenter offenbar Belege und Nachweise vorlegen, die sie gar nicht haben könnten. Wie etwa die Heizrechnung ihres Vermieters, die nur er habe.

Veraltetes Gesetz

Auch Nachzahlungen, etwa für die Nebenkosten, würden nicht angewiesen, klagt Dreinhöfer. Oder es würde ewig dauern. Es handele sich um private Mietverhältnisse, auf die die Wohngeldstelle des Kreises keinen Einfluss nehmen kann und will, erklärt Kreis-Sprecher John Mewes. „Uns liegt vor allem daran, dass diese Menschen ihre Wohnung behalten.“ Das Amt könne sich keine Fehler vorwerfen.

„Es ist Sache des Mieters, seine Forderungen durchzusetzen.“ Nur herrsche vielfach bei Vermietern die Auffassung: Nehme ich wohngeldberechtigte Hartz-IV-Empfänger ins Haus, kommt das Geld vom Staat und alles ist gut. Mewes: Und je komplexer die persönlichen Verhältnisse bei den Leistungsempfängern seien, umso höher sei auch der bürokratische Aufwand, um die Ansprüche auf die finanziellen Hilfen aus Bundes- und Landesmitteln zu bemessen und zu bewilligen.

Auf Kreisebene gebe es da mehr Bemessenspielraum, sagt Mewes. Er räumt allerdings ein: Das Wohngeldgesetz sei 35 Jahre alt. Angesichts veränderter Lebenswirklichkeit, Familienkonstellationen, Arbeitsverhältnissen und Lebensentwürfen gebe es da offenbar einen Anpassungsbedarf.

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