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Der Ansturm auf das neue Wahrzeichen Hanaus ist über das ganze Wochenende gewaltig.

Hanau

Ältestes Karussell der Welt begeistert

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Der Ansturm auf das historische Fahrgeschäft in Hanau übertrifft alle Erwartungen. Wegen des großen Interesses wird das Karussell am 31. Juli ein weiteres Mal öffnen.

Lange Schlangen vor dem Kassenhäuschen, Menschentrauben am nur teils geöffneten Schutzgitter, im Inneren stilgerecht die Klänge des Drehorgelmanns, die bunten Kutschen bevölkert wie acht Jahrzehnte lang nicht mehr: Zehntausende strömten am Wochenende in den Staatspark Wilhelmsbad, um das historische, weltweit älteste stationäre Karussell von 1778 nach langer, aufwendiger Restaurierung zu feiern. Und natürlich damit ihre Runden zu drehen. Freilich nicht auf den hölzernen Pferdchen. Die dank Paten für 10 000 bis 15 000 pro Stück restaurierten Figuren könnten Schaden nehmen. Deshalb darf nur in den Kutschen Platz genommen werden. Doch nicht nur das Karussell, der gesamte Staatspark Wilhelmsbad ist übers Wochenende bevölkert.

„Das war gigantisch, wie die Hanauer ihr Karussell in Besitz genommen haben. Und viele Menschen aus aller Welt. Die sind begeistert. Das hätte ich so nicht erwartet“, schwärmt Stefan Bahn, Vorsitzender des Fördervereins, der die Restaurierung überhaupt erst ermöglicht hatte, am Sonntagnachmittag. Allein am Samstag hätten mehr als 2000 Menschen die bunten Kutschen bestiegen. Vier Euro für eine Fahrt. Am Sonntag vermutlich noch mehr. „Dieses fantastische Wochenende hat uns aber auch an den Rand dessen gebracht, was wir ehrenamtlich leisten können“, sagt Bahn. Er schätzt allein die Zahl der Fahrgäste auf insgesamt 5000 bis 6000 seit Freitagabend. Obwohl der Auftakt – zum Glück erst nach dem offiziellen Festakt – mit Gewitter und heftigem Regen endete. Ja, das große Karussellfest sei buchstäblich rund gelaufen. Noch am späten Sonntagnachmittag warten die Menschen geduldig, bis sie für ihre Fahrt an der Reihe sind.

Auch kann die Technik unter dem Karussell besichtigt werden, wo Ehrhard Schmidt vom Förderverein erklärt, was es mit dem riesigen Zahnkranz unter der Bodenplatte mit ihren 16 Metern Durchmesser auf sich hat. Neun Meter ist allein die Säule hoch, um die das Karussell auf seinem künstlichen Hügel rotiert. Auch hier ein ständiges Kommen, Staunen und Gehen. Schmidt wird gefragt, von wie vielen PS das Karussell eigentlich angetrieben wird. „Ist doch klar: Zwölf Pferdchen, zwölf PS“, sagt er.

Wegen des großen Andrangs hat der Förderverein am Sonntag spontan entschieden, am Sonntagnachmittag, 31. Juli, das Karussell ein weiteres Mal zu öffnen. Alle Informationen auch auf www.karussell-wilhelms bad.de

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