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Adebar im Aufwind

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Die ersten Störche ziehen bereits in den Süden - die gute Nachricht: Viele waren beim Brüten sehr erfolgreich.
Die ersten Störche ziehen bereits in den Süden - die gute Nachricht: Viele waren beim Brüten sehr erfolgreich. © dpa

Die letzten sind grade flügge geworden, da sind die ersten schon auf dem Weg in den Süden - im Main-Kinzig-Kreis geht ein regelrechtes Storchenjahr mit überdurchschnittlichen Bruterfolgen zu Ende.

Von Jörg Andersson

Anfang August sind in Kilianstädten die letzten zwei Jungtiere der Storchensaison flügge geworden. Derweil sind einige der älteren Jungvögel aus dem Main-Kinzig-Kreis bereits gen Süden abgewandert. 2010 war ein sehr gutes Storchenjahr im Kreis.

Mit 13 Brutpaaren, zwei mehr als 2009, und 32 Jungstörchen war die Nachwuchsrate „überdurchschnittlich und bestandsfördernd“, bilanziert Werner Peter von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz. Das Steinauer Storchenpaar war mit vier Jungen am erfolgreichsten. Je drei Junge wurden in den Horsten bei Büdesheim, Heldenbergen, Eichen (West), Hailer, Niederrodenbach und Neuenhaßlau erfolgreich großgezogen, in Windecken, Eichen (Ost), Langenselbold, Wächtersbach und Kilianstädten waren es jeweils zwei. Nur das Rückinger Traditionspaar blieb erfolglos. Erst verendete die Brut auf einem alten Schornstein bei Dauerregen zu Pfingsten. Dann kam es zu einem aus Ornithologensicht „bemerkenswerten Umzug“. Das Paar baute sich ohne fremde Hilfe ein eigenes Nest auf einem benachbarten Kirchturmvorsprung. Doch ein zweiter Aufzuchtversuch klappte nicht mehr.

Die Diplom-Biologin Susanne Hufmann beurteilt die hiesige Storchpopulation entsprechend zurückhaltender als Peter, trotz Aufwärtstrend sei sie weiter unbeständig. Immer wieder drohe Jungstörchen durch Witterungseinbrüche reihenweise der Tod.

Dauerregen bei klammen Temperaturen und Starkgewitter blieben diesmal während der Brut- und Huderphase weitestgehend aus, notierte Storchenschutzorganisator Peter aus Freigericht. Unglücksfälle gab es in Wächtersbach, wo das Weibchen während der Jungenaufzucht in einer Freileitung verendet. In Windecken wurde das Storchenmännchen verletzt aufgefunden, konnte aber mit tierärztlicher Betreuung wieder genesen. Einer der Steinauer Jungstörche blieb wegen Federdrehwuchs flugunfähig und lebte bis zur Gefiedermauser in einer Storchenstation. Ein anderer schon fast flügger Jungstorch fiel bei einem Gewittersturm aus dem Nest. Da Altstörche ihre Jungen nicht am Boden füttern und das Fehlen des Jungstorches verspätet registriert wurde, verhungerte er unter dem Horst.

Alle Jungstörche der Generation 2010 wurden beringt, um Informationen über Zugverhalten, Lebenserwartung und Ansiedlung zu ermöglichen.

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