TGH-Jubiläumsausstellung

"Die Absage war absolut vernünftig"

TGH-Vorstand rechtfertigt Entscheidung zur Schau.

Von Christoph Süß

Nach der Absage der großen Jubiläumsausstellung durch die Turngemeinde Hanau (TGH) sind gestern erstmals Details bekannt geworden. Laut Finanzvorstand Jens Gottwald sei die Entscheidung bereits vor einem Vierteljahr gefallen. „Wir hatten nicht genug Sponsoren“, gab er zu.

Die Stadt hat auf Nachfrage mitgeteilt, dass sie die Feierlichkeiten ihres größten Sportvereins anlässlich dessen 175-jährigen Bestehens mit voraussichtlich 100.000 Euro fördern wird. Das Parlament muss dem noch zustimmen. Das ist genau die Summe, die alleine für den Bau der Ausstellung nötig gewesen wäre. „Wir waren kurz vor der Vertragsunterzeichnung“, sagt Gottwald.

Die Entscheidung, die insgesamt mehrere hunderttausend Euro teure Schau zu stoppen, sei „absolut vernünftig“ gewesen. Das finanzielle Risiko wäre für den Verein zu groß gewesen. Wie hoch das Gesamtbudget für die Jubiläumsfeierlichkeiten ist, konnte Gottwald nicht sagen. Die Ausstellung zur Rolle der Hanauer Turner in der deutschen Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts hätte jedoch mit Abstand das größte Budget gehabt.

Die Gedenkveranstaltung Anfang April anlässlich der Gründung des Deutschen Turnerbunds an der Wallonisch-Niederländischen Kirche kostet nur 5000 Euro. Gottwald lobt trotz der Absage seiner Lieblingsveranstaltung die „herausragende Arbeit“ von Margret Härtel. Die ehemalige Oberbürgermeisterin habe mit ihren Kontakten viel bewegt. Der große Ball Ende April sei schon jetzt sehr gut gebucht und dank Sponsoren ausreichend finanziert.

Die von der Stadt jüngst geforderte Beteiligung der Vereine an den Energiekosten in den Sportstätten sei nicht für die Absage verantwortlich. „Wir sind mit der Förderung durch die Stadt sehr zufrieden“, so Gottwald. In den 100000 Euro für das Jubiläum sind laut der Stadt auch geldwerte Vorteile enthalten – beispielsweise Personal für den Festumzug.

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