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Abbrecher gibt es nur wenige

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Von: Pamela Dörhöfer

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Ältere Menschen brauchen Hilfe
Ältere Menschen brauchen Hilfe © dpa

Die Jugendwerkstatt Hanau erhält für ihre Ausbildungsvorbereitung Fördermittel vom Land und von der EU.

Für junge Frauen und Männer mit schlechtem Hauptschulabschluss bedeutet die Teilnahme an der Ausbildungsvorbereitung der Jugendwerkstatt Hanau oft eine Wende in ihrem Leben: Sie erwerben Praxis, die sie in einer späteren Lehre gut gebrauchen können, knüpfen wichtige Kontakte zu Betrieben, lernen aber auch, mit Konflikten umzugehen.

Dass ihre Arbeit und überhaupt das „Dabeibleiben“ mit einem monatlichen Taschengeld zwischen 250 und 315 Euro belohnt werde, schaffe einen zusätzlichen Anreiz – und unterscheide die Jugendwerkstatt von ähnlichen Projekten in Hessen, sagt Geschäftsführer Torsten Reinhardt.

Das Land und die EU würdigen die Arbeit der Hanauer Einrichtung jetzt mit einer hohen finanziellen Förderung. Nach Angaben des Landtagsabgeordneten Aloys Lenz (CDU) gibt Hessen 215000 Euro, der Europäische Sozialfonds aus Brüssel 100000 Euro.

Wie sich die Jugendwerkstatt darüber hinaus finanziert? „Die Betriebe, mit denen wir zusammenarbeiten, beteiligen sich“, sagt Reinhardt, der Rest seien eigene Mittel der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck und des Diakonischen Werkes, dem die Jugendwerkstatt als gemeinnütziger Verein angehört.

Pro Jahr bietet diese jeweils 35 Plätze für junge Leuten zwischen 17 und 25 Jahren an. Die meisten von ihnen hätten die Haupt- oder Realschule mit schlechten Noten abgeschlossen und deshalb keinen Arbeitgeber gefunden, der sie ausbilde, erklärt Reinhardt. Die Jugendwerkstatt schafft bei diesen Problemn erfolgreich Abhilfe: Nur die wenigsten Teilnehmer brechen ab, die meisten finden eine Lehre, oft bei einem Betrieb, den sie vorher bereits durch ein von der Jugendwerkstatt vermitteltes Praktikum kennengelernt haben.

Der Schwerpunkt der Ausbildungsvorbereitung liege auf Berufen im Einzelhandel und im Büro sowie in der Alten- und Krankenpflege, berichtet Reinhardt. Partner sind unter anderem die Martin-Luther-Stiftung, Träger mehrerer Altenwohnanlagen und das katholische St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau.

Bis die jungen Frauen und Männer ihre Ausbildung begönnen, blieben sie durchschnittlich ein Jahr in der Jugendwerkstatt, sagt der Geschäftsführer. Einige schafften den Sprung in die Lehre aber bereits nach sechs Monaten, andere blieben bis zu zwei Jahren.

Meist beinhalte die Arbeit mit den jungen Leuten weit mehr als die Vermittlung beruflicher Kompetenzen, erzählt Reinhardt: „Oft müssen wir auch persönliche Probleme aufarbeiten, Ärger mit den Eltern etwa oder Sorgen wegen Schulden der Familie.“

Vielfach haben die Teilnehmer vorher zudem nie gelernt, Stress, Rückschläge und Differenzen mit anderen zu bewältigen oder sich selbst zur Arbeit motivieren – auch dabei helfen ihnen die Pädagogen auf ebenso professionelle wie einfühlsame Weise.

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